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02.06.2000

16:17 Uhr

kjo FRANKFURT/M. Generell lassen sich bei börsengehandelten Derivaten Optionen und Futures unterscheiden. Eine weitere Differenzierung kann hinsichtlich der Basiswerte vorgenommen werden. Ein Basiswert ist derjenigen Titel, auf den sich ein Derivat bezieht.

Hierbei handelt es sich in erster Linie um Aktien, Zinsen, Devisen, Edelmetalle, Rohstoffe bzw. Waren. Darüber hinaus existieren Optionen und Futures zur Absicherung von Risiken aus Katastrophen, Schadstoffemissionsderivate etc.

Im Zinsbereich erfolgt oftmals die Unterscheidung nach Fristigkeiten, d.h. die Derivate werden nach Geldmarktprodukten und Kapitalmarktprodukten klassifiziert. An der Eurex werden drei Derivate auf Geldmarktprodukte gehandelt: Der Einmonats-Euribor-Future, der Dreimonats-Euribor-Future und die Optionen auf den Dreimonats-Euribor-Future.

Der Basiswert bei den Future-Kontrakte ist die European Interbank Offered Rate - kurz Euribor -, die die Banken für Einmonats- bzw. Dreimonats-Termingelder in Euro untereinander berechnen. Es handelt sich hierbei also um Futures auf kurzfristige Zinsen, d.h. Geldmarktsätze.

Der Kontraktwert, d.h. das Volumen, das ein Future umfasst, liegt bei 3 Mill. Euro für den Einmonats-Euribor-Future und bei 1 Mill. Euro für den Dreimonats-Kontrakt. Die Erfüllung beider Kontrakte am Ende der Laufzeit erfolgt grundsätzlich in Geld, also über einen Barausgleich.

Als Fälligkeiten stehen für den Einmonats-Future zum jeweiligen Betrachtungszeitpunkt die nächsten sechs Kalendermonate zur Verfügung. Maximal kann also eine Laufzeit von einem halben Jahr gehandelt werden.

Für den Dreimonats-Kontrakt werden grundsätzlich die kommenden drei Monate als Fälligkeit angeboten. Darüber hinaus werden die nächsten elf Quartalsmonate des Zyklus März, Juni, September und Dezember gehandelt. Die längste Laufzeit beträgt infolgedessen drei Jahre. Die Preisnotierung erfolgt in Prozent. Der jeweilige Kurs errechnet sich, in dem der aktuelle gültige Einmonats- bzw. Dreimonats-Euribor-Satz von 100 abgezogen wird. Liegt der Einmonats-Euribor bei 3 %, errechnet sich ein Preis für den Einmonats-Euribor-Future von 97,000 %. Die Preisangabe erfolgt grundsätzlich bis zur dritten Nachkommastelle. Das kleinste Preisintervall beträgt 0,005 %.

Auf den Dreimonats-Euribor-Future werden außerdem Optionen offeriert. Ihnen liegt als Basiswert ein Dreimonats-Euribor-Kontrakt gemäß der oben beschriebenen Ausgestaltung zu Grunde. Bei diesen Optionen handelt es sich um Kontrakte amerikanischer Art, d.h. sie können während der Restlaufzeit jederzeit ausgeübt werden.

Sofern der Inhaber eines Call auf den Dreimonats-Euribor-Future von seinem Optionsrecht Gebrauch macht, erhält er eine entsprechende Position in dem Future hier also eine Kaufposition (Long-Position). Entsprechendes gilt für Short-Positionen in Calls und Kauf- und Verkaufspositonen in Puts. Die angebotenen Laufzeiten umfassen die nächsten vier Quartalsendmonate. Somit steht als längste Fälligkeit ein Jahr zur Verfügung.

Die Verfalltermine für den entsprechenden Future und die Option sind dabei identisch. Ermittelt werden die Kurse der Optionen in Punkten bis zur dritten Nachkommastelle. Die angebotenen Basispreise haben Preisabstufungen von 0,10 Punkten.

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