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02.06.2000

16:20 Uhr

kjo FRANKFURT/M. Spread-Geschäfte sind spekulativ motivierte Geschäfte. Diese Form des Tradings kann mit Futures in drei Varianten durchgeführt werden: als Intra-Contract-Spread, Inter-Contract-Spread oder Inter-Market-Spread. Generell wird ein Spread-Geschäft durch den Kauf eines Futures und den parallelen Verkauf eines weiteren Futures- Kontraktes konzipiert. Bei Spread- Geschäften wird demnach gleichzeitig eine Abnahme- und eine Lieferverpflichtung bzgl. des Basiswertes (Underlying) des Future-Kontrakts eingegangen. Spread-Transaktionen sind infolgedessen deutlich risikoärmer als offene Positionen, d.h. einzelne Käufe (Long-Positionen) oder Verkäufe (Short-Positionen) von Futures. Der Spread (Spanne oder Bandbreite) kann sich dabei auf unterschiedliche Fälligkeiten (Intra- Contract-Spread), verschiedene Basiswerte (Inter-Contract-Spread) oder auf zwei Märkte (Inter-Market-Spread), an denen der betreffende Future gehandelt wird, beziehen.

Für die an den Terminbörsen gelisteten Options- und Futures-Kontrakte stellen Market-Maker laufend verbindliche Kauf- und Verkaufskurse, zu denen jeder Marktteilnehmer das Derivat verkaufen oder kaufen kann. Derartige Geld-/Brief-Spannen werden auch als Bid-/Ask- Spreads bezeichnet und sind aus der Sicht des Marktes zu betrachten. Ein Vergleichsbeispiel bietet der Autohändler, der für ein Auto einen Spread von 10 000 zu 15 000 DM stellt. Das bedeutet: Für 10 000 DM würde der Händler den Wagen kaufen, für 15 000 DM das gleiche Auto wiederum veräußern. Aus der Differenz bestreitet er seine Kosten und realisiert möglicherweise einen Gewinn. Der Kunde kann das Auto also für 10 000 DM verkaufen und/oder für 15 000 DM kaufen. So sind auch die Angebots- und Nachfragekurse für ein Kapitalmarktprodukt eines Market Makers zu verstehen.

Beispiel:

Ein Beispiel: Der Juni-Kontrakt des Bund-Future wird mit 112,87 (Bid) zu 112,99 (Ask) gehandelt, d.h. zu 112,87 kann der Kontrakt von einem Anleger verkauft und zu 112,99 gekauft werden. Die Notierung des September-Termins des Bund-Future liegt bei 113,45 zu 113,58. Der Kauf eines Juni/September-Spreads beinhaltet den Kauf des Juni-Termins (zu 112,99) und den gleichzeitigen Verkauf des September-Kontrakts (zu 113,45). Der (Preis-) Spread beträgt damit minus 0,46 (112,99 minus 113,45). Entsprechend wird der Verkauf des Juni/ September-Spreads durch den Verkauf des Juni-Termins (zu 112,87) und den Kauf des September-Termins (zu 113,58) durchgeführt. Der (Preis-)Spread liegt bei minus 0,71 (112,87 minus 113,58).

Spread sollte weniger negativ werden

Ein Investor wird den Spread kaufen, wenn er von einer Ausweitung desselben ausgeht, z.B. aufgrund einer Annäherung an die theoretischen fairen Werte des Future-Kontrakts. Der Spread sollte also weniger negativ werden. Nach einigen Tagen wird der Juni-Termin zum Beispiel mit 113,31 zu 113,38 gehandelt. Der September-Kontrakt notiert mit 113,56 zu 113,62. Der Juni/September-Spread beziffert in der Kauf-Position nun minus 0,18 (113,38 minus 113,56). In der für den Investor relevanten Verkaufsposition beträgt der Spread minus 0,31 (113,31 minus 113,62). Der Anleger befindet sich damit in der Gewinnzone: er hat den Juni/September- Spread zu minus 0,46 gekauft und zu minus 0,31 verkauft. Dies entspricht einem Profit von 15 Ticks – dies ist die kleinste Preisveränderung des Futures (0,01).

Der Profit läßt sich auch über die einzelnen Kontrakte ermitteln. Der Juni-Termin wurde zu 112,99 gekauft und zu 113,31 wieder veräußert (+32 Ticks). Der September-Kontrakt wurde zu 113,45 verkauft und zu 113,62 zurückgekauft (-17 Ticks). Insgesamt errechnet sich wiederum ein Profit von 15 Ticks. Beim Bund-Future entspricht ein Tick einem Wert von 25 DM, der Gewinn beträgt also 375 DM.

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