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02.06.2000

16:27 Uhr

kjo FRANKFURT/M. Schon der Anfänger lernt bei seinen ersten Schritten auf dem rutschigen Börsenparkett einiges über die Risikoreduktion durch Bildung von Portfolios. Ratschläge wie nicht alles auf ein Pferd zu setzen, einen Teil des Kapitals vielleicht auch in Rentenwerte zu investieren und ein bisschen Liquides in der Kasse zu halten, gehen alle in diese Richtung. Was für Aktien und Renten gilt, lässt sich auch auf Derivate übertragen. Denn auch bei derivativen Finanzinstrumenten summiert sich das Risiko mit zunehmender Anzahl von Positionen nicht stetig, sondern es kann auch eine Verringerung des gesamten Risikos eintreten. In diesem Zusammenhang kommt es auf die unterschiedlichen Derivateformen und die Position (Kauf oder Verkauf) an, die der Anleger eingenommen hat. Diesem Umstand ist bei der Ermittlung der Sicherheiten (Margins) Rechnung zu tragen. Diese Aufgabe kommt dem sogenannten Cross Margining zu.

Im Mittelpunkt des Cross Margining stehen zwei Ziele. Zum einen müssen auf jeden Fall die möglichen Glattstellungskosten für sämtliche Derivate-Positionen abgedeckt sein, die ein Anleger hält, und die bis zum nächsten Börsentag aufgrund ungünstiger Preisentwicklungen auftreten können. Zum anderen muss berücksichtigt werden, in welcher Art und Weise sich die Preise der unterschiedlichen Derivate-Positionen bei verschiedenen Marktszenarien zueinander verhalten. Denn dadurch lässt sich wiederum ermitteln, welchem Gesamtrisiko der einzelne Investor mit der Fülle seiner Derivate-Geschäfte eigentlich ausgesetzt ist. Die Margins werden also hinsichtlich des eingegangenen Risikos angepasst und infolgedessen eine effiziente Kapitalbindung erreicht.

Ein Anleger, der einen Call verkauft, geht das Risiko ein, bei steigenden Kursen des Basiswertes (zum Beispiel einer Aktie) schnell und kräftig in die Minuszone abzurutschen. Erhöht er seine Anzahl an verkauften Calls zum Beispiel von 5 auf 10 Kontrakte, so steigt natürlich sein Risiko und er muss einen höheren Sicherheitsbetrag hinterlegen. Wenn er jedoch statt fünf weiterer Calls nun fünf Puts verkauft, sieht die Situation schon anders aus. Der Anleger hält jetzt die Kombinationsstrategie Short Straddle, mit der er auf einen Volatilitätsrückgang des betrachteten Basiswertes spekuliert. Das Risiko dieser Position ist geringer, denn die Preise von Calls und Puts entwickeln sich bei steigenden oder fallenden Kursen des Basiswertes bekanntlich exakt gegenläufig und gleichen jeweils einen Teil der entstandenen Verluste aus. Somit muss der Anleger auch eine geringere Margin hinterlegen.

Entsprechendes gilt auch für andere Kombinationsstrategien, wie zum Beispiel für Strangles oder Spreads.

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