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13.07.2000

14:08 Uhr

dpa MOSKAU. Aus Furcht vor Anschlägen ist der Schutz wichtiger Gebäude in Moskau verstärkt worden. Grund sei die gespannte Lage in Tschetschenien und dessen Grenzregionen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag. Der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) hatte in den vergangenen Tagen mehrmals vor möglichen Anschlägen in russischen Städten gewarnt und die Bürger zur Wachsamkeit aufgerufen.

Bei einer Serie von Bombenanschlägen auf Wohnhäuser in Moskau und anderen russischen Städten im September vergangenen Jahres waren bis rund 300 Menschen getötet worden. Die russische Führung machte tschetschenische Separatisten für die Terrorakte verantwortlich, obwohl diese Spur bislang von den Behörden nicht konkret bewiesen wurde.

Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow habe verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Krankenhäuser, Institute, Industrieunternehmen, Flughäfen und Verkehrsbetriebe angeordnet, verlautete aus der Stadtverwaltung. Luschkow habe auch bereits Rettungsmannschaften in erhöhte Bereitschaft versetzt, hieß es weiter.

Auch an der Grenze Tschetscheniens zur Nachbarrepublik Inguschetien wurden die Kontrollen verschärft und zusätzliche Kontrollposten errichtet. Inguschetien hat mehr als 150 000 Flüchtlinge aus Tschetschenien aufgenommen. In der vergangenen Woche war der Flüchtlingsstrom wieder angeschwollen. Die Menschen kämen vor allem aus den größten tschetschenischen Städten Grosny, Gudermes und Argun, meldete Itar-Tass. Das Rebellenkommando hat angedroht, diese Städte zurückerobern zu wollen.

Seit Donnerstag vor einer Woche seien zehn Soldaten in Tschetschenien getötet und 53 verletzt worden, gab Vize-Generalstabschef Waleri Manilow in Moskau in seiner wöchentlichen Verlust-Statistik bekannt. Seit Beginn des Kaukasus-Krieges Anfang August vergangenen Jahres seien insgesamt 2 493 Soldaten getötet und 7 282 verwundet worden, sagte er.

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