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22.04.2003

07:38 Uhr

Sicherheitsrat berät über Waffeninspektionen

Weiterer Ex-Gefolgsmann Saddam Husseins gefasst

Die USA haben einen weiteren prominenten Helfer des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein gefasst. Mohammed Hazmaq el Subaidi, die Nummer 18 auf der 55 Personen umfassenden Fahndungsliste, fiel den Streitkräften der Koalition am Montag in die Hände.

HB/dpa WASHINGTON/DOHA. Unterdessen hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Presseberichte zurückgewiesen, nach denen sie USA eine dauerhafte Militär-Präsenz im Irak planten. Am heutigen Dienstag wird der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York über eine mögliche Fortsetzung der Waffeninspektionen im Irak beraten.

Wie das Zentralkommando der US-Streitkräfte in Doha (Katar) mitteilte, befindet sich Mohammed Hazmaq el Subaidi seit Montag in der Hand der Koalitionstruppen. Er gilt als das bislang hochkarätigste Mitglied des gestürzten Regimes, das von den US-Truppen festgenommen wurde. Subaidi war lange Zeit stellvertretender Ministerpräsident und 1991 irakischer Regierungschef. In den vergangenen Jahren diente er Saddam Hussein als Kommandant der Region Zentral-Euphrat.

UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix trifft am heutigen Dienstag erstmals seit Beginn des Irak-Krieges wieder mit dem Weltsicherheitsrat zusammen. Bei den Beratungen hinter verschlossenen Türen geht es um die Rückkehr der Waffenkontrolleure. Sie hatten bei knapp viermonatigen Nachforschungen keine Massenvernichtungswaffen gefunden und aus Sicherheitsgründen unmittelbar vor Kriegsausbruch den Irak verlassen.

Inzwischen haben die USA und ihre Koalitionspartner die Suche nach den vermuteten Bio-, Chemie- und Nuklearwaffen des gestürzten Regimes von Saddam Hussein übernommen. Blix empfiehlt dem Sicherheitsrat, eventuelle Funde der Amerikaner im Irak von den unabhängigen UN - Inspekteuren "verifizieren" zu lassen. Ein Sprecher der amerikanischen UN-Botschaft in New York sagte auf Anfrage, seine Regierung habe sich "noch nicht entschieden", ob sie dieses Angebot annehmen werde.

Nach einem Bericht der "New York Times" ist US-Experten im Irak der bisher wichtigste Fund gelungen. Ein Iraker, der nach eigenen Angaben jahrelang am Programm für Massenvernichtungswaffen gearbeitet hatte, habe ein Militärteam zu einem Ort geführt, an dem Komponenten für illegale Waffen vergraben gewesen seien. Der Sprecher der UN - Waffenkommission UNMOVIC, Ewen Buchanan, wies in New York jedoch darauf hin, dass viele Bausteine für chemische Waffen genauso für zivile Projekte benötigt und eingesetzt würden.

Unterdessen hat US-Verteidigungsminister Rumsfeld energisch Berichte dementiert, dass die USA im Irak vier Militärstützpunkte errichten wollen. Spitzenbeamte in Washington hätten über ein solches Thema "null Gespräche" geführt, sagte er. Die sechs Nachbarstaaten des Iraks riefen die USA und Großbritannien zu einem raschen Rückzug ihrer Truppen auf.

Am Montag traf der ehemalige US-General Jay Garner in Bagdad ein. Er soll eine Übergangsverwaltung aufbauen und zunächst auch leiten. Garner und sein Team wollten sich zunächst einen Überblick über die Lage in Bagdad verschaffen. Vordringlich sei die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung sowie der Wiederaufbau des Gesundheitswesens. In Teilen des Stadtzentrums von Bagdad gab es am Montag erstmals nach rund zwei Wochen wieder Strom.

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