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28.01.2004

07:01 Uhr

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Sicherheitsrisiko Wasser

VonThomas Knipp

Wasser, Wasser überall - und nicht ein Tropfen zu trinken. So ließ schon der Dichter Coleridge einen Seemann stöhnen. Der Dichter beschrieb unbeabsichtigt einen Zustand, der Sicherheitsfachleute heute mehr umtreibt als mögliche Streitereien um Öl: die weltweite Knappheit von Wasser.

Quelle: Handelsblatt

Wasser, Wasser überall - und nicht ein Tropfen zu trinken. So ließ schon der Dichter Coleridge einen Seemann stöhnen. Der Dichter beschrieb unbeabsichtigt einen Zustand, der Sicherheitsfachleute heute mehr umtreibt als mögliche Streitereien um Öl: die weltweite Knappheit von Wasser. Das Thema beschäftigte auch Experten am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, die auf die kritische Bedeutung des lebenswichtigen Stoffes für den Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarn hinwiesen.

In der Tat hat die Welt ein Wasser-Problem. Aber das hat nichts damit zu tun, dass nicht genug davon vorhanden wäre. Zwar eignet sich nur 1 % für den Trinkwassergebrauch - doch das wäre genug, um die gesamte Menschheit zu versorgen. Nur: Trinkbares Wasser kommt oft genug nicht da vor, wo es benötigt wird. Der Transport aus den wenig bevölkerten, wasserreichen Gebieten ist teuer und nicht praktikabel. Das größte Problem aber erschafft sich die Menschheit selbst. Sie geht - zumindest in den Industrienationen zu verschwenderisch mit Wasser um. In den Rohrleitungssystemen gehen bis zu 50 % des Stoffes verloren. Und angesichts der globalen Knappheit von Wasser wird es vielerorts zu billig verteilt; zuweilen gar umsonst.

Dieser Zustand wird sich nicht halten lassen. Die Zeiten, wo Wasser vor allem in den entwickelten Industrienationen zu billig zu haben ist und daher in vielen Bereichen - darunter zur Beregnung in der Landwirtschaft - verschwenderisch eingesetzt wird, gehen vermutlich schnell zu Ende. Einer der Ökonomie von Angebot und Nachfrage folgende Preispolitik könnte schon bald dazu führen, dass Wasser so kostbar wird wie Öl.

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