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02.02.2001

13:24 Uhr

Reuters FRANKFURT. Die Sicherheitstechnologie Biodata Information Technology AG-Firma hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2000 ausgeweitet und im vierten Quartal im operativen Geschäft die Gewinnschwelle erreicht. Der Umsatz sei auf 23,47 Mill. Euro von 8,2 Mill. Euro im Vorjahr gestiegen und habe damit um rund 64 % über den Planungen beim Börsengang gelegen, sagte Finanzvorstand Alexander Leoff am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich auf 0,08 Mill. Euro nach einem Gewinn von 1,1 Mill. Euro im Vorjahr belaufen. Das Lichtenfelser Unternehmen habe im vierten Quartal einen operativen Gewinn von rund 1,57 Mill. Euro erzielt. Für 2001 rechne Biodata mit einem dreistelligen prozentualen Umsatz- und Gewinnwachstum, sagte Vorstandsvorsitzender Tan Siekmann. Die Aktie legte in der Spitze um fast fünf Prozent auf 194 Euro zu.

Im Frühjahr 2000 hatte der Spezialist für IT-Sicherheit wegen Kosten des Börsengangs im Februar und der internationalen Expansion noch einen Ebit-Verlust von 1,3 Mill. Euro bei einem Umsatz von 14,8 Mill. Euro für das Gesamtjahr prognostiziert, sagte Leoff. Jetzt seien trotz gestiegener Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Personal bereits fast die Planungen für 2001 erreicht worden. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2,3 Mill. Euro von 0,7 Mill. Euro im Vorjahr, der Personalaufwand stieg auf 6,4 Mill. Euro (1,8 Mill. Euro). Die Umsatzsteigerungen seien weitgehend auf internes Wachstum zurückzuführen, weil die vier akquirierten Unternehmen anteilig erst Mitte des vierten Quartals konsolidiert worden seien.

Die neuen Geschäftsfelder Application Security (E-Mail-Verschlüsselung) und Network Monitoring (Netzwerkkontrolle) hätten einen Umsatz von rund 0,5 Mill. Euro erbracht, sagte Loeff. Das Geschäft mit so genannten Firewalls zur Sicherung von Computern vor Viren- und Hackerangriffen sei seit dem dritten Quartal überproportional und im Gesamtjahr um 42 % gewachsen. Mit der neuen Software SPHINX, die sowohl für Private als auch für Unternehmen angeboten wird, sei seit ihrer Einführung im dritten Quartal ein Umsatz von über fünf Mill. Euro erzielt worden. Größter Umsatzträger seien mit einem Wachstum von 48 % derzeit aber noch die Verschlüsselungslösungen. Mit einem Anteil von 37,7 % habe das USA-Geschäft in der regionalen Betrachtung am stärksten zum Umsatz beigetragen vor der Region Asien/Pazifik (31 %) und der Region Europa, Afrika und Mittlerer Osten (31,3 %). Für 2001 rechnet Siekmann mit einem Umsatz von 65 Mill. Euro und einer Ebit-Marge von deutlich über 20 % ohne Goodwill-Abschreibungen. Das Produkt Sphinx werde 20 % zum Gesamtumsatz beitragen. Biodata werde im laufenden Jahr weiter in Forschung und Entwicklung sowie den Vertrieb investieren. Die Kosten würden dabei jedoch geringer steigen als der Umsatz. 21 Mill. Euro der beim Börsengang erlösten 54 Mill. Euro seien noch übrig. Akquisitionen von Unternehmen mit interessanten Technologien seien nicht ausgeschlossen, sagte Siekmann. Zugleich bekräftigte Pläne des Unternehmens, eventuell noch in diesem Jahr einen Aktiensplit vorzunehmen.

Die Aktie war im Februar 2000 zu 45 Euro an den Neuen Markt gebracht worden. Der erste Börsenpreis lag bei 240 Euro. Das Zwölfmonatshoch wurde am 3. April 2000 mit 439,00 Euro festgestellt, das entsprechende Tief markierte die Aktie am 11. Janaur 2001 mit 118,50 Euro. Seit diesem Datum legte der Kurs damit um rund 60 % zu.

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