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25.01.2008

15:25 Uhr

Sieben Fragen an Fred Kindle

ABB-Chef: „Mit Megadeals rechne ich vorerst nicht“

VonDieter Fockenbrock

Sieben Fragen an Fred Kindle, Vorstandschef (CEO) des Schweizer Elektrokonzerns ABB.

Fred Kindle, CEO von ABB. Foto: dpa

Fred Kindle, CEO von ABB. Foto: dpa

Handelsblatt: Herr Kindle, mit welchem Gefühl gehen Sie und ihre CEO-Kollegen von Davos zurück an die Tagesarbeit?

Kindle: Mit einem gewissen Maß an Vorsicht. Vor allem die Vorstände aus der Finanzindustrie schienen mir doch sehr bedrückt auf dem Wirtschaftsforum. Andererseits ist es ermutigend wie wichtig das Thema Energieeffizienz geworden ist.

Nach den jüngsten Turbulenzen an den Börsen und dem Eingreifen der amerikanischen Notenbank dürfte klar sein, dass die Subprimekrise auch in der Realwirtschaft angekommen ist.

Auf jeden Fall hatten wir nur selten eine derart gegensätzliche Lage. Die langfristigen Trends sind intakt. Schwellenländer weisen zweistellige Wachstumsraten auf. Einige Branchen wie beispielsweise die Energiewirtschaft sind nachhaltig auf Wachstumskurs und die Themen Energieeffizienz und alternative Energien haben eine grosse Dynamik entfaltet. Gleichzeitig steckt der Finanzsektor in der Krise.

Und eine wachsende Zahl von Experten rechnet damit, dass diese Krise auch auf den Konsum durchschlägt.

Bei den Experten ist das Thema heiss umstritten. Ein gut geführtes Unternehmen muss auch auf diese unsichere Situation vorbereitet sein.

Und dazu gehört ABB?

Wir hatten wirklich schwere Jahre hinter uns. Ohne Übertreibung darf ich aber behaupten, dass wir daraus gelernt haben und wissen was zu tun ist. ABB geht es so gut wie noch nie. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen weil wir das im Vorfeld unserer Bilanzvorlage Anfang Februar nicht dürfen.

Die Beratungsgesellschaft PwC hat in ihrer jüngsten Studie festgestellt, dass die Unternehmen jetzt den Finanzinvestoren die Führungsrolle im M&A-Geschäft abnehmen weil die Firmenkassen randvoll mit Cash seien.

Auch ABB verfügte Ende letzten Berichtsquartals mit zwei bis drei Milliarden Dollar über eine gute Cashposition. Und wir schauen uns schon lange nach interessanten Zielen um. Doch bis zum Herbst vergangenen Jahres haben die Finanzinvestoren zum Teil erstaunliche Preise geboten. Das ist seit einigen Monaten vorbei. Die Private Equity Firmen dürften erst einmal mit sich selbst beschäftigt sein.

Dann schlägt Ihre Stunde?

Die wirtschaftliche Situation ist nach wie vor unklar. Deswegen rechne ich - ganz unabhängig von unseren eigenen ABB-Plänen - auch nicht mit den ganz grossen Megadeals in den kommen Monaten.

Auch nicht bei weiter fallenden Börsenkursen?

Auch dann nicht.

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