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23.02.2002

23:08 Uhr

Sieg über 5000 m - Friesinger wird Sechste

Pechstein schreibt Olympia-Geschichte

Einen Tag nach ihrem 30. Geburtstag hat Claudia Pechstein mit dem dritten Gold in Folge über 5000 m bei Olympischen Spielen Geschichte geschrieben.

Foto: dpa

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HB/sid SALT LAKE CITY. In der Weltrekordzeit von 6:46,91 Minuten stürmte sie elf Tage nach dem Rekordlauf über 3000 m zu ihrem zweiten Olympiasieg bei den Winterspielen von Salt Lake City und stieg mit insgesamt vier Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen zur erfolgreichsten deutschen Wintersportlerin aller Zeiten auf. Zuvor hatten Gunda Niemann-Stirnemann und Karin Enke (beide 3/4/1) diesen "Titel" inne.

Im Schatten der Galavorstellung der Berlinerin griff die Niederländerin Gretha Smit zur Silbermedaille, nachdem sie Pechstein gleich im ersten Rennen in 6:49,22 einen Weltrekord vorgesetzt hatte. Keine Rolle spielte drei Tage nach ihrem Olympiasieg über 1500 m Anni Friesinger. Die Mehrkampf-Weltmeisterin aus Inzell wurde in 6:58,39 nur Sechste - damit endete das Duell der Erzrivalinnen zwischen Pechstein und Friesinger 2:1. Mit persönlicher Bestleistung von 7:10,17 wurde Daniela Anschütz Zwölfte.

Die favorisierten deutschen Damen mussten gleich im ersten Laufpaar einen Schock hinnehmen, als die 26 Jahre alte "Marathon-Spezialistin" Gretha Smit bei ihrem Olympia-Debüt den ein Jahr alten Weltrekord von Gunda Niemann-Stirnemann um 3,22 Sekunden unterbot.

Die entthronte Rekordinhaberin reagierte geschockt: "Wow, ich gucke hoch, sehe die Zeit - das ist der absolute Hammer", meinte ZDF-Expertin Gunda Niemann-Stirnemann, die wegen ihrer Schwangerschaft die Spiele nur vom Bahnrand aus verfolgte. Mit dem achten Weltrekord wurde die Bilanz der Weltbestleistungen von 1988 in Calgary (7) übertroffen.

"Ich hatte mir keine bestimmte Zeit vorgenommen und wusste nicht, wo zu ich in der Lage bin", sagte Smit, die bei der letztmals 1997 ausgetragenen legendären Elfstedentocht über mehr als 200 Kilometer auf zugefrorenen Natur-Eiskanälen durch elf friesische Städte als damals 21-Jährige überraschend den zweiten Platz belegt hatte. Doch Pechstein schlug zurück. Nachdem sie zur "Halbzeit" noch über der Durchgangszeit der Holländerin gelegen hatte, lieferte sie drei starke Schkussrunden ab und jagte Smit die Bestleistung ab.

Anni Friesinger dürfte nicht hundertprozentig glücklich zur Schlussfeier am Sonntag erscheinen. Zwar trotzte die Inzellerin am Mittwoch dem enorm gestiegenen Erwartungsdruck mit dem Gewinn der Goldmedaille über ihre Paradestrecke 1500 m. Insgeheim hatte sich die 25-Jährige jedoch mehr erhofft, nachdem sie vor den Spielen den Angriff auf insgesamt vier Medaillen angekündigt hatte.

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