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23.01.2003

19:47 Uhr

Siemens gehörten zu den wenigen Lichtblicken

Kriegsängste belasten europäische Börsen

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag überwiegend schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index büßte 0,4 Prozent auf 2 259 Punkte ein. Händler sprachen von einem volatilen Geschäft und verwiesen auf zunehmende Ängste vor einem baldigen Krieg in Irak sowie auf die Bilanzsaison in Europa und in den USA.

Reuters. Unter den größten Abgaben litten die Bereiche Nahrungsmittel und Bau. Die Titel des französischen Baumaterialien-Herstellers Lafarge fielen nach einer Gewinnwarnung um 8,5 Prozent. Deutliche Einbußen erlitten auch Nokia, die gegen 8 Prozent verloren. Händlern zufolge belastete der enttäuschende Ausblick den Wert. Federn lassen mussten auch die Titel der britischen Bank Abbey National, die nach einer Zurückstufung durch eine Investmentbank 5,5 Prozent einbüßten.

Zu den wenigen Lichtblicken zählten dagegen die Titel des deutschen Elektronikkonzerns Siemens, die nach der Vorlage guter Quartalszahlen und der Bekräftigung des Ausblicks gut 3 Prozent gewannen. Sämtliche Sektoren mit der Ausnahme von Versicherern und Telekom lagen im Minus. Die Papiere des britischen Versicherers Prudential gewannen nach Veröffentlichung von guten Zahlen zu 2002 3,4 Prozent.

LONDON: Der Londoner Aktienmarkt schloss zum neunten Mal in Folge im Minus. Der FTSE 100-Index verlor 1,5 Prozent auf 3 622,2 Zähler. Händler verwiesen auf die lähmende Angst vor einem baldigen Krieg im Irak, die den Markt belaste. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich die Titel der stark im Hypothekargeschäft verankerten Bank Abbey National, die 5,5 Prozent nachgaben. Zuvor hatte UBS Warburg den Wert auf "Reduce" heruntergestuft und gleichzeitig das Kursziel gesenkt. Gemieden wurden auch Ölwerte. BP und Shell ermäßigten sich je um 1,5 Prozent. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen Technologiewerte. Gesucht waren die Titel der Softwarefirma Misys, die knapp 5 Prozent kletterten. Börsianer verwiesen dabei auf eine optimistische Einschätzung des Unternehmens bezüglich der Entwicklung der Software-Investitionen im Bankenbereich

ZÜRICH: Technische Faktoren und eine neu entfachte Fusionsfantasie im Pharmabereich haben am Donnerstag den Schweizer Aktien nach einem schwachen Start zu einer etwas festeren Tendenz verholfen. Der SMI schloss 0,2 Prozent höher auf 4 528,3 Punkten. Zunächst hätten noch einmal Abgaben über den SMI-Future den Markt belastet. Dann habe Novartis mit der Aussage, die Beteiligung an Konkurrent Roche sei auf 32,7 von 21,3 Prozent aufgestockt worden, die Wende eingeleitet. Später gaben die Aktien im Sog einer leichteren Wall Street einen großen Teil der Gewinne wieder preis. Roche waren 2,6 Prozent fester. Novartis stiegen nach Veröffentlichung eines guten Resultates 1 Prozent. Nestle schwächten sich um 2 Prozent ab. Nestlé litten unter dem schwachen Dollar und den höheren Rohstoffkosten.

PARIS: An der Börse Paris verlor der CAC 40-Index 0,5 Prozent auf 2 918 Punkte. Im Fokus der Anleger standen die Titel des Zementherstellers Lafarge, die 8,6 Prozent nachgaben. Zuvor hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung bekannt gegeben. Als Belastung erwiesen sich auch TotalFinalElf, die 1 Prozent verloren. Händler verwiesen auf Befürchtungen vor negativen Auswirkungen des Streiks in Venezuela auf den Erdölkonzern. Unterstützung kam dagegen vom Chipherstellers STMicroelectronics, der besser als erwartete Zahlen vorlegte. Der Wert gewann 1 Prozent. Alcatel verbesserten sich um 1,4 Prozent.

BENELUX: Die Benelux-Börsen schlossen im Minus. Während der Amsterdamer AEX-Index 1 Prozent auf 297,9 Zähler verlor, ermäßigte sich der Brüsseler Bel20-Index um 0,3 Prozent auf 1 880,8 Punkte. Als Belastung erwiesen sich ING, die 3 Prozent nachgaben. Akzo Nobel fielen knapp 2 Prozent. Die Abwärtstendenz sei etwas von Technologiewerten gebremst worden. ASML und Philips legten 1,9 und 0,6 Prozent zu.

MAILAND: An der Börse Mailand verlor der Mib30-Index 0,5 Prozent auf 22 905 Zähler. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich die Titel von Telecom Italia, die 4 Prozent nachgaben und auf dem tiefsten Stand seit über 15 Jahren schlossen. Händler erklärten, große internationale Broker würden andere europäische Telekomaktien bevorzugen. Gesucht waren dagegen die Titel des am Vortag arg gebeutelten Versicherers Generali, die 2 Prozent zulegten.

MADRID: Der Ibex 35-Index gewann 1 Prozent auf 6 310,2 Zähler. Händler erklärten, positive Unternehmensresultate im Bankensektor hätten den Markt beflügelt. Banco Popular gewannen gut 3 Prozent. Die Bank hatte bekannt gegeben, 2002 den Gewinn um 12 Prozent gesteigert zu haben. Bankinter verbesserten sich um 2,6 Prozent. Santander Central Hispano stiegen 0,8 Prozent.

SKANDINAVIEN: Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen lag 1,8 Prozent im Minus bei 227 Punkten. Die Abwärtstendenz ging von den beiden Telekomausrüstern Nokia und Ericsson aus. Nokia fielen um über 7 Prozent, Ericsson verloren 2 Prozent. Der düstere Ausblick von Nokia habe die Werte belastet, sagten Börsianer.

WIEN: Die Wiener Börse schloss freundlich. Der ATX-Index gewann 1,1 Prozent auf 1 167,1 Zähler. Als Kurstreiber nach oben wirkten Erste Bank mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent und Telekom Austria, die 0,7 Prozent gewannen.

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