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25.01.2001

21:36 Uhr

Siemens plant Gang an die New Yorker Börse

Integration von Atecs in Siemens wird schwierig

Die Integration der von Atecs übernommenen Unternehmensteile ist nach Auffassung von Siemens- Vorstandschef Heinrich von Pierer die schwierigste Aufgabe der nächsten Monate für den Münchener Technologiekonzern.

Reuters MÜNCHEN.Die Zusammenführung der Maschinenbau-Unternehmen aus dem zerschlagenen Mannesmann-Konzern mit den jeweiligen Siemens-Bereichen werde angesichts der nachlassenden Konjunktur in der Automobilindustrie und hoher Investitionen eine "große Herausforderung", sagte von Pierer der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagsausgabe).

Siemens hatte Atecs zusammen mit Robert Bosch im vergangenen Jahr übernommen. Die Sparte Dematic soll mit dem Siemens-Bereich Produktions- und Logistiksysteme (PL), Atecs VDO mit der Siemens-Automobiltechnik (AT) verschmolzen werden. Die Mannesmann Rexroth AG geht an Bosch.

Der Vorstandschef kündigte zugleich an, das im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) verlustträchtige USA-Geschäft solle binnen drei Jahren das Rendite-Niveau des ganzen Konzerns erreichen. Bereits 2000/01 würden die USA Deutschland als größter Markt für type="organisation" value="DE0007236101">Siemens überholen, sagte von Pierer voraus. Aus den USA rechne der Konzern in diesem Jahr mit Aufträgen im Wert von bis zu 25 Mrd. DM. Grund für den Verlust im abgelaufenen Jahr seien vor allem die Zukäufe gewesen. In den USA lägen aber auch Kostensenkungspotenziale brach. Siemens habe in den letzten 20 Jahren dort viel Lehrgeld bezahlt. "Bald werden wir wieder dauerhafte Gewinne schreiben", sagte von Pierer. Ziel sei eine deutliche Ertragssteigerung. Nur in der Telekommunikation werde es länger dauern, bis Siemens seine Ziele erreiche. Zurzeit würden alle Aktivitäten in den USA auf den Prüfstand gestellt.

Siemens plant für den 12. März den Gang an die New Yorker Börse. Von Pierer bekräftigte, einer der Hauptgründe dafür sei die Möglichkeit, Aktien auch dort als "Währung" für Zukäufe zu verwenden. Der Börsengang solle auch den Bekanntheitsgrad von Siemens in den USA erhöhen. Auch für den Konzern fordert von Pierer höhere Ergebnisse: "Siemens muss deutlich mehr Geld verdienen, sonst kann das Unternehmen nicht bestehen", sagte er dem Blatt. Der anvisierte Anstieg der Ebit-Marge von jährlich 20 % bringe Siemens dem erforderlichen Niveau näher. Unter Ebit versteht man das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Eine von Siemens-Vorstand Volker Jung ins Gespräch gebrachte mögliche Kapitalverflechtung mit Toshiba sei ein Missverständnis gewesen, sagte von Pierer weiter. Für ein solches Vorhaben gebe es keinen Grund.

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