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08.01.2001

09:52 Uhr

Siemens und Infineon geben erneut ab

Dax startet fast unverändert

Bis auf SAP zählen die Technologietitel erneut zu den Verlieren. Händler rechnen aber in den kommenden Tagen mit einer Gegenreaktion.

vwd FRANKFURT. Nahezu unverändert startet der deutsche Aktienmarkt in die neue Woche. Der Dax verliert eine halbe Stunde nach Handelsstart 0,14 Punkte auf 6 382,2, nachdem er zum Handelsbeginn noch um 0,1 % zugelegt hatte. Dabei geben wieder die US-Börsen die Richtung vor, die am Freitag mit herben Verlusten geschlossen hatten. Vor allem die in der Vorwoche arg gebeutelten Technologieaktien geben erneut ab. Infineon ermäßigen sich um 1,2 % auf 38,58 Euro, Siemens sinken um 0,9 % auf 140,50 Euro. Schenkt man Händlern Glauben, dürften die Titel der Branche in den kommenden Tagen allerdings wieder Boden gut machen.

"Die Zeit wird langsam reif, mal wieder ein paar Technologieaktien anzuschauen", meint ein Teilnehmer. Für den Montag sei es wichtig, einige Unterstützungsmarken nicht zu durchbrechen, dann sei es Zeit für eine Gegenbewegung. Bei Infineon nennen charttechnisch orientierte Händler die Marken um 38,30/36,70 Euro und bei Siemens 139,80/136,20 Euro. SAP gewinnen dagegen mehr als zehn Prozent auf glatt 137 Euro. Der Softwarekonzern hatte vor Börsenbeginn besser als erwartete Zahlen vorgelegt und damit Gerüchte über eine anstehende Gewinnwarnung Lügen gestraft.

"Da ist der ein oder andere auf dem falschen Fuß erwischt worden und muss seine Shorts decken", erläutert ein Beobachter. Auch meldeten sich einige Investmenthäuser zu Wort, die ihre Aktienempfehlungen heraufstufen wollen. Die T-Aktie wiederum verliert 0,7 % auf 34,56 Euro. Teilnehmer vermuten, die Titel der Deutschen Telekom leiden unter dem Verdacht auf illegale Absprachen der bei der Vergabe der UMTS-Lizensen in der Schweiz. Einem Bericht der FAZ zufolge wird das Schweizer Bundesamt für Kommunikation ermitteln. Auch die Nachricht, die UMTS-Lizenzbetreiber müssten ihre Prognosen revidieren, sorge nicht für positive Stimmung, sagen Händler.

Daimler-Chrysler verbuchen ebenfalls Verluste. Händlern zufolge werden die Titel von Meldungen gedrückt, der Hersteller werde die Produktion drosseln und den Turnaround eventuell später als erwartet schaffen. Auch die schlechte Stimmung zwischen Daimler-Chrysler und Volvo trage nicht zur Verbesserung des Börsenumfelds bei, heißt es am Morgen auf dem Parkett. Charttechnisch sehe die Aktie allerdings gut aus, meinen Marktteilnehmer. Wichtig seien auch die erwarteten Meldungen aus Detroit, wo am Berichtstag die North American International Auto Show beginnt.

Auf der Verliererseite stehen zum Wochenauftakt auch Bankentitel. Deutsche Bank sinken um 1,3 % auf 90,34 Euro, Dresdner Bank um 0,7 % auf 46,10 Euro und Commerzbank um 0,4 % auf 31,71 Euro. Die CoBra Beteiligungsgesellschaft hatte am Morgen bekannt gegeben, zu Beginn des neuen Jahres Optionsverlängerungen für Aktien der Commerzbank über 9,98 % abgeschlossen zu haben und damit nicht mehr den Stimmrechtsverfügungen des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen zu unterliegen, deren Kontrollschwelle bei zehn Prozent liegt.

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