Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2003

19:34 Uhr

Siemens will sich beteiligen

Industrie will Metrorapid mitfinanzieren

Der Metrorapid in Nordrhein-Westfalen soll nach Angaben aus projektnahen Kreisen unter anderem mit Preisnachlässen, einer Finanzspritze von Siemens sowie einem Darlehen von Banken verwirklicht werden.

Reuters BERLIN. Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer habe eine Beteiligung von 200 Mill. Euro an dem Projekt in Aussicht gestellt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen. Darüber hinaus will das Transrapid-Konsortium aus Siemens und ThyssenKrupp einen Preisnachlass für die Strecke von knapp 500 Mill. Euro gewähren. Banken müssten den Informationen zufolge den noch fehlenden Betrag von rund 750 Mill. Euro bereitstellen. Dafür würde das Land bürgen. Als Institute seien die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und auch die WestLB im Gespräch. Die Frage sei aber noch nicht endgültig geklärt.

Mit diesem Finanzierungskonzept könne der Bund den bereits zugesagten Zuschuss von 1,75 Mrd. Euro freigeben, hieß es. Die 78-Kilometer-Strecke von Dortmund nach Düsseldorf soll Studien zufolge insgesamt 3,18 Mrd. Euro kosten. Sprecher der Bundesregierung, von Siemens und dem Transrapid-Konsortium sowie der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wollten die Informationen nicht kommentieren.

Die Verständigung über das Konzept sei im Wesentlichen bei einem Gespräch zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück, Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (alle SPD) sowie Siemens-Chef von Pierer bei der China-Reise des Kanzlers am Jahreswechsel zu Stande gekommen, hieß es. In Schanghai hatte er die erste kommerzielle Transrapid-Strecke eingeweiht.

NRW fehlen noch 750 Millionen Euro

Der Metrorapid sollte nach ursprünglichen Planungen rund 40 Mill. Euro pro Kilometer kosten. Dabei entfallen je rund 20 Mill. auf den Fahrweg und das Betriebssystem. Beim System habe das Konsortium einen Nachlass von rund 30 Prozent in Aussicht gestellt, hieß es. Dies wären pro Kilometer dann knapp sieben Mill. Euro, was sich bei der Gesamtstrecke auf nahezu 500 Mill. Euro summieren werde.

Trotz der Siemens-Beteiligung von 200 Mill. Euro fehlen dem Land Nordrhein-Westfalen dann noch rund 750 Mill. Euro, die über Banken finanziert werden sollten. Das Land selbst ist durch einen Landtagsbeschluss verpflichtet, kein Steuergeld für das Projekt zu verwenden.

Bundeskanzler Schröder hatte auf der Rückreise aus China bereits gesagt, man habe sich auf ein Finanzierungskonzept geeinigt. Details nannte er jedoch nicht. Nordrhein-Westfalen steht unter Zeitdruck, um ein Finanzierungskonzept vorzulegen, da der Haushaltsausschuss des Bundestages im Januar über die Freigabe des Bundeszuschusses entscheiden soll. Da die Strecke nach bisherigen Planungen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Betrieb gehen soll, benötigt das Land für dieses Jahr schon Planungsmittel in Höhe von 200 Mill. Euro.

Der Bund hat insgesamt 2,3 Mrd. Euro für die geplanten Transrapid-Strecken in Nordrhein-Westfalen und in München zugesagt. Die Verbindung zwischen der Münchner Innenstadt und dem dem Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt soll mit 550 Mill. Euro gefördert werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×