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14.01.2003

16:37 Uhr

Signale widersprechen sich oft

Technische Analysten: Bärenmarkt nicht vorbei

Die Arbeit der technischen Analysten ist momentan nicht einfach. Es sei derzeit extrem schwer, den deutschen Aktienmarkt einzuschätzen, sagt Ludwig Gutmann, technischer Analyst der Bayerischen Landesbank.

vwd FRANKFURT. Die Signale widersprächen sich oft, Kauf- und Verkaufsignale wechselten sich enorm schnell ab. Der Dax sei hektisch und kaum zu fassen, die Volatilität sei dabei sehr hoch. "Das Ganze gleicht einer Achterbahnfahrt", so Gutmann. Ein Ende sei dabei vorerst nicht abzusehen. Doch eins ist für den Aktienexperten sicher: "Der Bärenmarkt ist noch lange nicht vorbei."

Gutmann rechnet mittel- bis langfristig mit einem seitwärts tendierenden Dax, der dabei große Schwankungen verzeichnen dürfte. Kurzfristig gebe es allerdings ein Kaufsignal. Den nächsten Widerstand sieht er bei 3 160 Punkten, dicht gefolgt von der Marke bei 3 200/220 Zählern. Sollte der Index unter 2 950 Stellen fallen, könne es nochmal abwärts gehen bis zum Dezember-Tief bei 2 840 Zählern.

Auch Heinz Stork, technischer Analyst der Nols AG, sieht ein kurzfristiges Kaufsignal für den deutschen Aktienmarkt. Der Dax werde aber mit der Marke bei 3 120 Stellen zu kämpfen haben. Die nächsten Widerstandspunkte gibt es Stork zufolge dann bei 3 175 und 3 200 Zählern. Sollte der Index diese überwinden können, sei sogar ein Anstieg bis 3 300 Punkte möglich. Problematisch werde es, wenn der Dax wieder unter die 3 000er-Grenze falle. Dann sei es wichtig, dass die Unterstützung bei 2 983 Zählern halte, denn sonst gebe es weiter Potenzial nach unten. Auch für Stork ist eine klare Tendenz im Dax nur schwer auszumachen. Derzeit seien einfach sehr viele Unwägbarkeiten im Markt. Viele Unternehmensdaten und die weltpolitische Lage sorgten für eine hohe Volatilität.

Der seit Mitte Oktober 2002 bestehende Seitwärtstrend ist nach Ansicht Storks nach wie vor aktuell. Die Trading-Range sei dabei sehr breit. Sie gehe vom Dezember-Tief bei 2 836 Punkten bis zum Dezember-Hoch bei 3 476 Stellen. Erst wenn der Dax nachhaltig aus dieser Range ausbreche, könne man von einem klaren Aufwärts- oder Abwärtstrend sprechen, so Stork.

Dagegen ist für Stephan Schilbe, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, der Trend schon sichtbar. Nach wie vor sei der übergeordnete Abwärtstrend intakt, konstatiert Schilbe. Aber auch er berichtet von kurzfristig freundlichen Indikatoren, die jedoch spätestens bei 3.235/65 Zählern auf massiven Widerstand stoßen dürften. Trotz des intakten Abwärtstrends rechnet der Aktienexperte nicht damit, dass der Dax nach unten wegbricht. Aktuell sei das Bild neutral, so Schilbe.

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