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11.02.2002

20:22 Uhr

Silber für Norwegerin

Biathletin Henkel holt zweites deutsches Gold

Vonsid

Andrea Henkel vergoss Tränen der Freude, der Bundestrainer schüttelte ungläubig den Kopf: Mit dem sensationellen Olympiasieg über 15 km feierte die 24-jährige Thüringerin eine grandiose Olympia-Premiere und bescherte den deutschen Skijägerinnen einen traumhaften Einstand bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City.

Stolz zeigt Andrea Henkel ihre Goldmedaille. Foto: dpa

Stolz zeigt Andrea Henkel ihre Goldmedaille. Foto: dpa

SOLDIER HOLLOW. Fast unbemerkt von der Konkurrenz lief die Oberhoferin am Montag in Soldier Hollow das Rennen ihres Lebens und verwies in 47:29,1 Minuten (1 Schießfehler) die favorisierten Liv Grete Poiree aus Norwegen (7,9 Sekunden zurück) und Magdalena Forsberg aus Schweden (39,2) auf die Ränge.

Genau auf den Tag zehn Jahre nach Antje Misersky-Harvey trug sich Andrea Henkel als zweite deutsche Olympiasiegerin in einer Einzelkonkurrenz in die Annalen ein. Ihre Vorgängerin, die nicht weit von der Olympia-Strecke in Heber City wohnt, wurde vor dem Start von den Organisatoren geehrt. Dass sie nach dem Zieleinlauf ebenfalls Olympiasiegerin sein könnte, hatte Andrea Henkel nicht einmal im Traum gedacht. "Ich war heute Morgen ganz schön müde, so war ich gar nicht aufgeregt. Es war eigentlich ein ganz normaler Tag. Ich habe gar nicht daran gedacht, dass Olympia ist", meinte die Siegerin, die von ihren Teamkolleginnen auf Schultern durch die Mixed Zone getragen wurde.

Auch Bundestrainer Uwe Müßiggang war völlig aus dem Häuschen. «Ich kann es nicht fassen. Damit habe ich nie und nimmer gerechnet. Ich bin davon ausgegangen, dass sie nur gewinnen kann, wenn sie Fehler frei schießt», sagte der Thüringer. Andrea Henkel steigerte sich nach einem langsamen Beginn in einen Rausch und verblüffte die Weltelite mit einer starken Laufleistung. "Ich hatte extrem gute Ski", meinte die Oberhoferin. Sicher sei sie sich aber erst gewesen, als die zweitplatzierte Liv Grete Poiree im Ziel war.

Martina Glagow (Mittenwald) als Siebte und Uschi Disl (Moosham) als Zwölfte komplettierten das hervorragende Ergebnis. "Ich bin total zufrieden", erklärte Glagow, die gestand: "Ich habe mitgeheult." Uschi Disl vergab eine mögliche Medaille mit einer Fehlerserie beim letzten Schießen. Gleich drei Mal zielte die bis dahin in der Spitzengruppe positionierte Bayerin daneben. Katrin Apel büßte ihre Chance ebenfalls beim Schießen ein. Gleich fünf Fehler warfen die 28- jährige Oberhoferin im Klassement weit zurück.

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