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18.02.2002

16:47 Uhr

Skandal im Eiskunstlauf der Paare

Französische Preisrichterin beschuldigt die ISU

Die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne hat im Skandal um das olympische Paarlaufen schwere Vorwürfe gegen die Internationale Eislauf-Union (ISU) erhoben.

Die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne erhebt schwere Vorwürfe gegen die Internationale Eislauf-Union ISU. Foto: dpa

Die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne erhebt schwere Vorwürfe gegen die Internationale Eislauf-Union ISU. Foto: dpa

HB/dpa PARIS. "Seit den Weltmeisterschaften in Nizza 2000 beeinflussen die Mitglieder der ISU die Richter, zu Gunsten des kanadischen Paares Sale/Pelletier", sagte die Französin der französischen Sportzeitung "L'Equipe", "in Salt Lake City ist der Druck noch stärker geworden."

Die Französin war suspendiert worden, nachdem im Zusammenhang mit der Entscheidung für das russische Paar Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse und gegen die Kanadier Jamie Sale/David Pelletier Schiedsrichter-Absprachen bekannt wurden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte den Kanadiern eine zweite Goldmedaille zuerkannt. Die französische Preisrichterin soll am (heutigen) Montag vom ISU-Vorstand gehört werden.

In dem Zeitungsgespräch wies Marie-Reine Le Gougne in ihrem Fall alle Vorwürfe über Absprachen zurück. "Ich habe niemals irgend eine Abmachung mit russischen Offiziellen oder Richtern getroffen", sagte sie. Direkt nach dem Finale des Paarlaufs sei sie "verbal angegriffen und physische bedroht" worden. Sie versicherte, nach bestem Gewissen geurteilt zu haben: "Für mich waren die Russen besser."

Der auf sie ausgeübte Druck habe sie zu der Aussage veranlasst, auf Anweisung des Präsidenten des französischen Verbandes, Didier Gailhaguet, gehandelt zu haben. "Ja, ich habe Gailhaguet beschuldigt, aber zu dem Zeitpunkt war ich völlig außer mir", sagte die auch als Stellvertretende Verbandschefin tätige Le Gougne dem Zeitungsbericht zu Folge.

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