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07.06.2016

16:07 Uhr

Skandalbanker Jérôme Kerviel

Société Générale soll zahlen

Seinen Arbeitgeber, die französische Großbank Société Générale, hat er beinahe in die Pleite getrieben. Dennoch hätte man ihm deswegen nicht kündigen dürfen, sagt ein Gericht – und spricht ihm eine hohe Entschädigung zu.

Der Investmentbanker wurde unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft verurteilt. Für eine Entlassung durch seinen Arbeitgeber habe es jedoch keinen „wirklichen und ernsthaften Grund“ gegeben. AFP; Files; Francois Guillot

Jérôme Kerviel

Der Investmentbanker wurde unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft verurteilt. Für eine Entlassung durch seinen Arbeitgeber habe es jedoch keinen „wirklichen und ernsthaften Grund“ gegeben.

ParisIm Streit mit seinem früheren Arbeitgeber Société Générale hat der französische Ex-Börsenhändler Jérôme Kerviel einen Sieg vor Gericht errungen: Das Pariser Arbeitsgericht sprach dem 39-Jährigen am Dienstag wegen unrechtmäßiger Kündigung durch die französische Großbank mehr als 450.000 Euro zu. Société-Générale-Anwalt Arnaud Chaulet sprach von einem „skandalösen“ Urteil und kündigte Berufung an.

Kerviel soll der Bank mit hochriskanten Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingebrockt haben. Die Société Générale entließ ihn deswegen Anfang 2008. Er wurde später unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Frankreichs Oberster Gerichtshof kippte in der Folge aber den Schadenersatz. Kerviel argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

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Das Pariser Arbeitsgericht warf der Société Générale nun vor, sie sei schon lange vor Kerviels Entlassung über seine Aktivitäten informiert gewesen. So habe sie Kenntnis von fiktiven Finanzoperationen ihres Händlers im Jahr 2007 gehabt. Für eine Entlassung habe es deswegen keinen „wirklichen und ernsthaften Grund“ gegeben, urteilte das Gericht. Die Umstände der Entlassung seien zudem „demütigend“ gewesen.

Von

afp

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