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11.04.2003

12:58 Uhr

Skandinavier freuen sich auf Aufträge

Dänen bleiben „willige“ Helfer der USA

Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen tut sich auch nach dem militärischen Sieg über Saddam Hussein als besonders eifriger Akteur in der "Koalition der Willigen" hinter US-Präsident George W. Bush hervor. Kaum war die erste Statue des irakischen Diktators vom Sockel gestürzt, kündigte der Chef der Kopenhagener Rechtsregierung schon die Mitwirkung seines Landes an einer US-Besatzungsmacht und die Entsendung friedensbewahrender Armee-Einheiten an.

HB/dpa KOPENHAGEN. Dass es ein von fast allen anderen EU-Ländern gefordertes UN-Mandat nicht gibt, stört ihn wenig. Jetzt gelte es einfach, "pragmatisch" zu handeln, erklärte der mit seiner außenpolitischen Forschheit in Sachen Irak immer wieder neu überraschende Däne vor dem Folketing.

Zehn Gehminuten vom Kopenhagener Parlament entfernt bereitet sich Dänemarks mit Abstand größter Industriekonzern A.P. Møller ebenfalls auf eine aktive Rolle beim Wiederaufbau im Irak unter US-Regie vor. Das Unternehmen mit der größten Containerschiff-Flotte der Welt hatte sich öffentlich hinter den Angriff gegen den Irak wie die dänische Unterstützung dafür gestellt. "Wo waren die Friedensdemonstranten, als Saddam Hussein gegen die eigene Bevölkerung mit Giftgas vorging?" fragte Konzernchef Jess Søderberg und bestätigte, dass 50 Schiffe seiner Maersk-Reederei Transportaufträge für den US-Militäreinsatz erledigten. Jetzt werde A.P. Møller "positiv reagieren", sollte die Regierung um Mitwirkung am Wiederaufbau der Ölindustrie im Irak bitten, hieß es Anfang dieser Woche aus der Zentrale am Kopenhagener Hafen.

Mehrfach berichtete die dänische Presse über äußerst positive Signale aus Washington für zu erwartende Irak-Aufträge an die Skandinavier. Als Mitte der Woche Iraker in Bagdad über den Fall des Regimes von Saddam Hussein jubelten, jubelte die größte dänische Zeitung "Jyllands-Posten" mit: "Das war der größte Dank, den die Koalition mit Kräften aus den USA und Großbritannien sowie bescheidener Unterstützung durch Australien und Dänemark erreichen konnte." Tatsächlich bestand der praktische Beitrag aus dem kleinen nordeuropäischen Land nur aus der Entsendung eines U-Bootes und einer Korvette. Es komme manchmal vielleicht mehr auf die Signalwirkung einer Handlung an, meinte Regierungschef Rasmussen auf entsprechende Fragen.

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