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12.02.2002

19:03 Uhr

Skisprung-Qualifikation: Malysz vor Hannawald

Hannawald: Platz 2 auf der "geilen Schanze"

Sven Hannawald scheint auf den Olympia-Schanzen von Park City ein Abonnement auf Platz zwei zu haben. Nach Silber auf der Normalschanze belegte der 27-Jährige aus Hinterzarten am Dienstag auch in der Qualifikation für den Wettbewerb auf der 120 m-Anlage den zweiten Rang.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Hannawald sprang 122 m und erhielt dafür 119,1 Punkte. Der Sieger der Vierschanzentournee musste sich nur Adam Malysz geschlagen geben, der 123,5 m (120,5 Punkte) erreichte. "Es ist eine geile Schanze, es macht Spaß hier zu springen", sagte Hannawald. Martin Schmitt kam nicht so gut zurecht und belegte nur Platz 28. Stephan Hocke (Oberhof) und Michael Uhrmann (Rastbüchl) schafften ebenfalls die Qualifikation.

Im Probedurchgang musste Hannawald noch eine Schrecksekunde überstehen, als er nach dem weitesten Sprung im Auslauf verkantete und zu Sturz kam. "Kein Problem, ich war vielleicht nicht 100- prozentig konzentriert", gab der 27-Jährige Entwarnung. "Heute steckte mir noch wie üblich das Krafttraining von gestern in den Knochen. Morgen wird das anders sein, und dann sehen wir, was dabei herauskommt", gab sich Hannawald optimistisch für die Olympia- Entscheidung auf der Großschanze am (morgigen) Mittwoch.

Weniger Grund zum Strahlen hatte der vierfache Weltmeister Martin Schmitt. Er sprang mit 113 m nur hinterher. "Ich habe noch nicht das absolute Feeling für diese Schanze", sagte der Springer vom SC Furtwangen. Seine chronische Patellasehnen-Entzündung macht weiter Probleme: "Das Knie ist etwas besser geworden, aber normal ist es noch nicht. Beim Springen geht es einigermaßen, aber ich kann noch nicht einmal Krafttraining machen."

Zuvor hatten sich Sven Hannawald und Martin Schmitt einen freien Tag gegönnt. Auf Klappstühlen verfolgten die deutschen Top-Springer das Training der Konkurrenz. Hannawald schonte seine Nerven, Schmitt sein lädiertes Knie. Bundestrainer Reinhard Heß könnte bereits vor der Mannschafts-Konkurrenz am Montag sein erklärtes Ziel von zwei Olympia-Medaillen erreichen. "Sven ruft sein Potenzial hervorragend ab und Martin zähle ich immer noch zu den Medaillenkandidaten", sagte er. Der Thüringer gab seinem Landsmann Stephan Hocke sowie Michael Uhrmann den Vorzug und ließ den im Training ebenfalls gut springenden Mannschafts-Weltmeister Christof Duffner (Schönwald) außen vor.

Für Heß war die Option zu Gunsten des 18 Jahre alten Weltcupsiegers von Engelberg eine Entscheidung "für den Mann der Zukunft". Dem 30-jährigen Duffner blieb nichts anderes übrig, als enttäuscht die Entscheidung zu akzeptieren. "Bei uns wird nicht diskutiert", stellte Co-Trainer Wolfgang Steiert klar. Eine Vorentscheidung für das Team-Springen sei damit aber noch nicht gefallen: "Da werden die Karten im Training neu gemischt."

Die Trainingspause von Hannawald und Schmitt ist nicht völlig unproblematisch. Die beiden deutschen Vorzeige-Springer ließen im Vorjahr den Weltcup aus und müssen sich nun in kürzester Zeit an die neue Schanze gewöhnen. ""Wir gehen davon aus, dass man mit einem Sprung die Schanze in den Griff bekommt", ist Steiert optimistisch und erhält dabei Schützenhilfe von Jens Weißflog. "Wenn man gut drauf ist, reicht ein Sprung, wenn nicht, dann reichen auch zehn Sprünge nicht", erklärte der Olympiasieger von 1994 und heutige ZDF-Experte.

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