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17.01.2010

13:39 Uhr

Social Banking

Grüne Banker sind gefragt

VonMichael Detering

Nachhaltige Geldanlagen sind gefragt. Dem Trend folgte die Ausbildung zum Nachhaltigkeitsbanker. Das Bochumer Institute for Social Banking baut jetzt den einzigartigen Masterstudiengang "Social Banking and Social Finance" aus. Studenten sollen in der Ausbildung lernen, wie sie nicht nur Geld verdienen, sondern ihrem Handeln Sinn geben.

Sven Remer kümmert sich beim Bochumer Institute for Social Banking um das Konzept. (Quelle: pr) Pressebild

Sven Remer kümmert sich beim Bochumer Institute for Social Banking um das Konzept. (Quelle: pr)

DÜSSELDORF. Die ethische Geldanlage liegt im Trend. Fast wöchentlich rufen Investmentgesellschaften neue Ökofonds ins Leben. Alternative Geldinstitute wie die Umweltbank oder die GLS Bank, die nur in Umwelt- und Sozialprojekte investieren, verzeichnen hohe Wachstumsraten.

Eine geregelte Ausbildung zum Nachhaltigkeitsbanker gab es allerdings in Europa lange Zeit nicht. Mit dem nebenberuflichen Masterstudiengang "Social Banking and Social Finance" hat das Bochumer Institute for Social Banking (ISB) diese Lücke vor zwei Jahren geschlossen. Um der steigenden Nachfrage zu begegnen, stellt das ISB seinen Ausbildungsturnus jetzt um: Statt nur alle zwei Jahre können Banker nun halbjährlich mit dem Fernstudium beginnen.

Alternative Banken, aber auch konventionelle Institute suchen immer mehr Mitarbeiter, die nicht nur wissen, wie sie möglichst hohe Renditen erwirtschaften, sondern auch analysieren, was mit dem angelegten Geld passiert. "Der klassische Banker hat in seiner Ausbildung aber nie etwas über soziale und ökologische Fragestellungen gehört", sagt Sven Remer, promovierter Finanzwissenschaftler und Tutor am ISB.

Nischenbanken riefen Ausbildungsanbieter ins Leben

Um dies zu ändern, riefen zehn europäische, ökologisch-soziale Nischenbanken das ISB ins Leben, darunter die GLS Bank in Bochum, die Alternative Bank Schweiz und die Triodos Bank aus den Niederlanden. Der Studiengang wird angeboten in Kooperation mit der Universität in Plymouth (Großbritannien) und richtet sich an Bewerber, die bereits Finanzkenntnisse vorweisen können.

Nun können neue Studenten erstmals im März und im Oktober anfangen. Bewerbungsschluss für den März ist der 31. Januar. Für das sechssemestrige Studium werden 15 000 Euro fällig. Bisher sind rund 20 Studenten eingeschrieben.

Die Studieninhalte sollen auf den Berufserfahrungen aufbauen. Ein Fondsmanager forscht also etwa zu der Frage, wie umweltfreundlich bestimmte Anlageprodukte sind. Eine Führungskraft dagegen eher darüber, ob ökologisch korrekte Arbeit die Motivation und Leistung der Mitarbeiter im Finanzsektor steigert. "Oft geht es in unserer Branche nur darum, wie man die Vertriebsziele erreicht", sagt Axel Bend, einer der ersten Studenten. "Hier lernt man, wie man seinem Handeln einen wirklichen Sinn geben kann."

Auch anderswo mehr Ökokurse

Nicht nur in Bochum, auch an anderen Universitäten ist in Sachen nachhaltige Investments einiges in Bewegung. So bietet etwa die Frankfurt School of Finance & Management Vertiefungskurse zur Entwicklungsfinanzierung oder zur Finanzierung von Erneuerbaren Energien an. "Der Trend zu sozialbewussten und umweltfreundlichen Investments ist unverkennbar", sagt der Vizepräsident Michael Grote. "Eine bessere Ausbildung ist daher auf jeden Fall nötig."

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