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27.09.2017

16:43 Uhr

Emotionale Bindung.

140 oder 280?

Emotionale Bindung.

DüsseldorfKreativität entsteht durch Grenzen, zum Beispiel die 140-Zeichen-Grenze. Wer auf Twitter eine Botschaft absenden will, muss sich kurz fassen, Synonyme oder Abkürzungen finden und trotzdem etwas Relevantes in 140 Zeichen sagen. Weil Twitter nun aber herausgefunden hat, dass Japaner mit ihren Schriftzeichen viel mehr in 140 Zeichen reinquetschen können als Nutzer, die lateinische Zeichen verwenden, hat sich das soziale Netzwerk für einen Test entschieden: Ausgewählte Twitter-Nutzer dürfen nun satte 280 Zeichen in einen Tweet packen.

„Unsere Forschungen haben ergeben, dass das Zeichenlimit ein Hauptgrund für Frustration bei englischsprachigen Nutzern ist, aber nicht bei Nutzern, die in Japanisch schreiben“, schreibt Twitter in einem Blogeintrag. Bei vielen Nutzern kommt der Vorstoß jedoch nicht gut an: „Gute Tweets werden durch 280 Zeichen nicht besser. Aber miese Tweets, die werden noch viel schlechter.“ Und @tschanschpange meint: „Es ist schockierend zu sehen, dass niemand Twitter so wenig verstanden hat wie die Macher von Twitter.“

Das soziale Netzwerk kennt aber offenbar seine Community und erklärte schon vorher: „Wir verstehen, dass viele von euch schon jahrelang twittern und eine emotionale Bindung zu 140 Zeichen aufgebaut haben – und wir spürten sie auch.“ Aber das Twitter-Team habe es ausprobiert und „die Kraft erkannt, die diese Änderung in sich trägt, und wir haben uns in diese neue, immer noch kurze Begrenzung verliebt“. Verliebt? Wir sind hier doch nicht auf Instagram.

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