Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.07.2017

08:49 Uhr

#Facebook

Das ist nur die Überschrift, lesen Sie den Text

VonSteffen Daniel Meyer

Facebook soll jetzt Beiträge mit „offensichtlich rechtswidrigem Inhalt“ löschen. Sonst drohen Strafen in Millionenhöhe. Dadurch wird die Justiz privatisiert und der öffentliche Diskurs kastriert.

Unterschrift.

Überschrift

Unterschrift.

DüsseldorfFacebook verbietet seit Montag, bei verlinkten Artikeln die Überschrift zu verändern. Privatpersonen können bereits nichts mehr editieren, einige Seitenbetreiber aber noch sehr wohl. Auf Nachfrage erklärte das soziale Netzwerk, man befinde sich im „Roll-Out, was dazu führen kann, dass die Änderung nicht bei allen gleichzeitig in Kraft tritt“.

Wir beim Handelsblatt haben selbst erfahren, wozu das Ändern von Überschriften missbraucht werden kann: 2016 postete die Facebook-Seite „Deutschland deckt auf“ einen Artikel von uns unter der Überschrift „Regiobahn führt Frauenabteile ein, wegen Übergriffe durch Flüchtlinge“, obwohl im ganzen Text das Wort „Flüchtlinge“ nicht einmal vorkam. Der Post verbreitete sich im Netz, wir fuhren eine Gegenkampagne, erfragten bei Facebook die Löschung.

Das Verbot soll solchen Fällen nun entgegenwirken. Das ist zwar schlecht für Social-Media-Redakteure, da sie Überschriften nicht mehr für Facebook-Nutzer gezielt anpassen können, aber gut für alle, die nur Überschriften lesen. Und das sind offenbar viel zu viele.

Was halten Sie von dem Verbot? Schreiben Sie mir

Die Kolumne „Netz-Bubble“ erscheint immer dienstags im Handelsblatt Morning Briefing.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×