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11.07.2017

12:46 Uhr

#g20hh

Emotionale Netzwerke

VonNora Sonnabend

Dass #G20 auf Twitter präsent sein würde, war klar. Aber wie stark die Stimmung – aus gegebenem Anlass – transportiert wurde, beweist einmal mehr, wie stark die Social-Media-Nutzung unser Gefühlsleben beeinflusst.

Durch soziale Netzwerke wird das Informationsbedürfnis bei besonderen Ereignissen häufig ins nahezu Unendliche gesteigert, statt es zu befriedigen.

Netzbubble

Durch soziale Netzwerke wird das Informationsbedürfnis bei besonderen Ereignissen häufig ins nahezu Unendliche gesteigert, statt es zu befriedigen.

DüsseldorfMit welcher Wucht soziale Netzwerke Stimmungen übertragen, ist in den vergangenen Tagen wieder besonders erfahrbar geworden. Mitte der Woche sammelten sich Videos und Fotos von „1.000 Gestalten“, die als Kunst-Protest gegen G20 durch Hamburg wandelten, und tanzenden Menschen in den Newsfeeds. Dann die Wende: Krawall.

Welcome to hell. Videos machen brennende Autos und geplünderte Supermärkte zum Greifen nah. Die Flut der Bilder katapultiert Twitter-Nutzer mitten ins Geschehen. Durch soziale Netzwerke wird das Informationsbedürfnis bei besonderen Ereignissen häufig ins nahezu Unendliche gesteigert, statt es zu befriedigen. Bis es zu viel wird – und eine Ratlosigkeit und Leere zurückbleibt.

Doch am Ende bewirken die sozialen Netzwerke mehr als das: Hamburg räumt auf. 10.000 Menschen wurden durch die gleichnamige Gruppe auf Facebook am Sonntag dazu bewegt, die Schäden der vergangenen Nächte zu beseitigen. Das hat zumindest etwas Tröstliches.

Die Kolumne „Netz-Bubble“ erscheint immer dienstags im Handelsblatt Morning Briefing.

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