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01.12.2015

10:56 Uhr

Umgang mit Hatespeech

Facebook beugt sich deutschem Druck

VonTina Halberschmidt

Monatelang wurde Facebook für seinen Umgang mit Hassparolen kritisiert. Jetzt geht der Online-Gigant einen - wenn auch kleinen - Schritt auf seine Kritiker zu.

Für seinen Umgang mit Hass und Hetze gegen Flüchtlinge steht Facebook seit Monaten in der Kritik.

Hatespeech

Für seinen Umgang mit Hass und Hetze gegen Flüchtlinge steht Facebook seit Monaten in der Kritik.

„Einfach drüber fahren. Scheiß Ratten-Plage!“, „Wir brauchen einen neuen Führer!“ oder „Untermenschen, Dreckspack ohne Reue und Hirn“. Jeden Tag werden zahllose solcher Kommentare auf deutschen Facebook-Seiten veröffentlicht - und von Facebook manchmal tagelang nicht gelöscht.

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Seit Monaten wird Facebook für seinen Umgang mit Hasskommentaren kritisiert. Nun hat das weltgrößte Netzwerk eine härtere Gangart angekündigt und verspricht eine bessere Umsetzung der eigenen Community-Regeln.

Das soll sich nun ändern: Nachdem der Online-Gigant monatelang für seinen Umgang mit Hass und Hetze gegen Flüchtlinge kritisiert worden ist, scheint er jetzt - endlich - zum Umdenken bereit.

Die umstrittenen Gemeinschaftsstandards will man zwar nicht umschreiben. Aber immerhin anders interpretieren: Auch Postings, die „Androhungen von physischer Gewalt“ enthalten, sollen dann als „glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt“ werden können.

Heißt konkret: Per se genießen Flüchtlinge bei Facebook weiterhin keinen besonderen Schutz. Aber die Mitarbeiter des so genannten Community Operation Teams in der Dubliner Europazentrale können geschmacklose Beiträge künftig schneller löschen.

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Wie arbeitet Facebook? Lange hat der Weltkonzern ein Geheimnis darum gemacht. Jetzt durften deutsche Journalisten erstmals in die Europazentrale in Dublin. Die Kritik an Hasskommentaren hat die Facebook-Tür geöffnet.

Eine kleine Regeländerung also mit - hoffentlich - großer Wirkung. Und ein Sieg der vielen deutschen Kritiker, Nutzer, Aktivisten und Politiker, die Facebook unermüdlich gemahnt haben. Ihr Druck zeigt Wirkung. Und zwingt irgendwann sogar einen amerikanischen Online-Giganten zum Umdenken.

Was meinen Sie? Reichen Facebooks Maßnahmen gegen Hassparolen? Diskutieren Sie mit - auf unserer Facebook-Seite.

Die Kolumne „Netz-Bubble“ erscheint immer dienstags im Handelsblatt Morning Briefing.

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