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30.06.2000

16:18 Uhr

ap HONIARA. Knapp fünf Wochen nach dem Putsch auf den Salomonen hat das Parlament des pazifischen Inselstaates am Freitag einen neuen Ministerpräsidenten gewählt. Mit einer knappen Mehrheit bestimmten die Abgeordneten den bisherigen Oppositionsführer Mannasseh Sogavare zum neuen Regierungschef. Nach der Abstimmung kündigte Sogavare an, die seit eineinhalb Jahren andauernde Krise des Landes beenden zu wollen. Den Rebellen versprach er Straffreiheit, sobald sie ihre Waffen abgeben.

"Meine Regierung hat die Aufgabe, die Salomoninseln zur nationalen Einheit und Versöhnung zu führen", sagte Sogavare nach seiner Wahl. Der Oppositionspolitiker gewann die Abstimmung mit 23 zu 21 Stimmen gegen den Kandidaten der bisherigen Regierung. Sogavare löst damit den bisherigen Ministerpräsidenten Batholemew Ulufa'alu ab, der nach dem Putsch gestürzt wurde. Der erste Versuch zur Wahl war am Mittwoch gescheitert, weil nur 22 der 50 Abgeordneten zur Parlamentssitzung in Honiara erschienen. Die meisten Parlamentarier fürchteten um ihre Sicherheit.

Zunächst gab es weder von der Regierung noch von den verfeindeten Rebellengruppen eine Reaktion auf die Wahl Sogavares. Die Rebellen der Insel Malaita hatten aber bereits vor der Abstimmung angekündigt, den neuen Ministerpräsidenten zu akzeptieren. Sie hatten am 5. Juni auf der Hauptinsel Guadalcanal die Kontrolle über die Hauptstadt Honiara übernommen und die dortigen Isatabu-Kämpfer in die umliegenden Hügel vertrieben. Diese hatten gegen Zuwanderung auf Guadalcanal protestiert und seit Anfang 1999 rund 20 000 Immigranten aus Malaita vertrieben. Bei den Kämpfen kamen in den vergangenen Wochen 60 Menschen ums Leben.

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