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02.01.2001

19:00 Uhr

Dass die Nahost-Visite des außen- und sicherheitspolitischen Koordinators der EU keine Schlagzeilen produzierte, muss nicht unbedingt negativ gewertet werden. Diskretion und Zurückhaltung können, zumal wenn es um so schwierige, fast aussichtslos erscheinende Versuche geht, zwischen Israelis und Palästinensern zu vermitteln, allemal von Vorteil sein.

Aber die geringe Publizität, die seine Visite erntete, ist eben auch darin begründet, dass Javier Solana und die EU insgesamt nicht zu den Protagonisten im Nahost-Friedensprozess zählen. Die Tatsache, dass Palästinenser-Präsident Jassir Arafat gerade einmal mehr nach Washington flog, um US-Präsident Bill Clinton kurz vor dessen Auszug aus dem Weißen Haus vielleicht doch noch zu einem außenpolitischen Erfolgserlebnis zu verhelfen, demonstriert, wo, wenn überhaupt, Nägel mit Köpfen gemacht werden können.

Folglich konnte Solana überhaupt nichts anderes übrig bleiben, als Optimismus zu formulieren und an die Chance, es könne doch noch eine Einigung der Konfliktparteien erreicht werden, schlicht zu glauben. Und seine Mahnung, jeder müsse die Gelegenheit zum Frieden nutzen, bevor sie für immer vertan sei, zeugt auch nicht gerade von allzu viel diplomatischer Phantasie. Ohnehin wäre es vermessen gewesen, zu erwarten, dass eine eintägige Spritztour ausreichen könnte, in Nahost Europas Flagge zu zeigen.



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