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02.05.2003

07:34 Uhr

Soldaten bejubeln den Präsidenten

Bush erklärt Kampfhandlungen für beendet

Gut sechs Wochen nach dem ersten Bombeneinschlag in Bagdad hat US-Präsident George W. Bush die Kampfhandlungen im Irak für weitgehend beendet erklärt. Die Aufgabe sei damit aber noch nicht erfüllt, warnte Bush am Donnerstag (Ortszeit/Freitagmorgen MESZ) vor der Kulisse tausender Soldaten an Bord des Flugzeugträgers "Abraham Lincoln".

George W. Bush hat die Kampfhandlungen im Irak für beendet erklärt. Foto: dpa

George W. Bush hat die Kampfhandlungen im Irak für beendet erklärt. Foto: dpa

HB/dpa SAN DIEGO. "Die größeren Kampfhandlungen im Irak sind beendet", sagte Bush, sichtliche bewegt über den enthusiastischen Empfang der Soldaten. "In dieser Schlacht haben wir für die Freiheit gekämpft, für den Frieden auf der Welt. Unsere Nation und unsere Koalition sind stolz auf das Erreichte". Bush sprach unter freiem Himmel auf dem Deck des Flugzeugträgers, auf dem sich die Mehrzahl der 5000 Soldaten an Bord versammelt hatte. Die "Abraham Lincoln" befand sich nach neun Monaten Einsatz im Persischen Golf nur noch rund 150 Kilometer vor der kalifornischen Küste. Bush war am Nachmittag mit einem Marineflugzeug an Bord des Kriegsschiffes gelandet.

Das Weiße Haus hatte zuvor betont, dass der Irak-Krieg mit Bushs Deklaration im juristischen Sinn noch nicht zu Ende ist. Das würde bestimmte Verpflichtungen der Siegermacht nach sich ziehen, die die USA zunächst noch vermeiden wollen. Dazu gehören die unverzügliche Freilassung der Kriegsgefangenen und die Einstellung der Fahndung nach Vertretern des alten Regimes. Die USA halten rund 7000 Kriegsgefangene fest, die sie weiter verhören wollen, um Aufschluss über geheime Waffenprogramme zu erhalten.

"Wir haben schwierige Arbeit vor uns", sagte Bush. In Teilen des Landes sei die Sicherheit noch nicht gewährleistet und die Anführer des gefallenen Regimes seien noch nicht gefasst. "Sie werden für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen", sagte Bush. Die Suche nach Massenvernichtungswaffen und der Wiederaufbau des Landes gingen weiter. "Der Übergang von der Diktatur zur Demokratie wird Zeit brauchen, aber er ist jede Anstrengung wert", sagte Bush. "Unsere Koalition bleibt, bis die Arbeit erledigt ist."

Mit dem militärischen Erfolg im Irak sei ein wichtiger Schritt im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus geschafft. Bush stellte eine direkte Verbindung des gestürzten irakischen Präsidenten mit dem Terrornetzwerk El Kaida her, dass sich zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bekannt hat. "Die Befreiung des Irak ist ein entscheidender Fortschritt im Kampf gegen den Terror. Wir haben einen Verbündeten des El Kaida-Netzwerks beseitigt, und eine Quelle der Terrorfinanzierung abgeschnitten", sagte Bush.

Der Kampf gegen den Terrorismus werde entschlossen fortgesetzt. Die Gewaltanwendung bleibe das letzte Mittel, doch werde die Regierung auch in Zukunft nicht davor zurückschrecken, Bedrohungen notfalls auch militärisch zu begegnen. "Wir werden jedem Regime, das Massenvernichtungswaffen besitzt, entgegentreten", warnte Bush. "Wir werden auf Bedrohungen unserer Sicherheit reagieren und den Frieden verteidigen. Jede Einzelperson, jeder Staat, der den Terrorismus unterstütze, sei ein Feind der USA, mache sich mitschuldig und werde ein Ziel der US-Justiz sein, sagte Bush.

In dem sechswöchigen Irak-Krieg waren bis Donnerstag 138 US- Soldaten ums Leben gekommen und 495 verwundet worden. Amerikanische und britische Verbände flogen nach Auskunft des US-Zentralkommandos 51 000 Einsätze und warfen dabei 28 000 Bomben ab, 70 % davon präzisionsgesteuert. In der heißen Phase des Krieges waren rund 250 000 britische und amerikanische Soldaten im Irak im Einsatz.

Bush wollte die Nacht an Bord des Flugzeugträgers verbringen und das das Schiff am Freitagmorgen vor dem Erreichen des Hafens von San Diego per Hubschrauber wieder verlassen.

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