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28.03.2003

09:19 Uhr

Sonderabschreibungen bringen 126 Millionen Euro Verlust

Neuer Vorstand räumt Kamps-Bilanz auf

Der neue Vorstand der Kamps AG unter der Führung von Michael Kern räumt auf: Mit einer umfangreichen Bereinigung der Jahresbilanz 2002 leitet er die Konsolidierung des größten europäischen Backwarenkonzerns ein.

ire DÜSSELDORF. Durch die Sonderabschreibungen rutschte das zur italienischen Barilla-Gruppe gehörende Unternehmen tief in die roten Zahlen. Der Fehlbetrag belaufe sich auf 126 Mill. Euro, teilte das Unternehmen gestern in Düsseldorf mit. 2001 hatte Kamps noch ein kleines Plus von 5,5 Mill. Euro erwirtschaftet. Der Nettoumsatz stieg leicht auf 1,73 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag im Jahr 2002 bei 139,2 Mill. Euro nach 187,2 Mill. Euro im Jahr davor. Das Betriebsergebnis (Ebit) des Konzerns erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 22,2 Mill. Euro nur noch gut ein Viertel des Vorjahres.

Der Gewinneinbruch resultiert nach Angaben des Unternehmens im Wesentlichen aus der konsequenten Bereinigung der Bilanz im zweiten Halbjahr 2002. Die Bereinigung habe vornehmlich in cash-neutralen Sonderabschreibungen auf das Anlage- und Umlaufvermögen bestanden. Die Nettoverbindlichkeiten seien um 32 Mill. auf 793 Mill. Euro gestiegen. Das Unternehmen betonte aber, dass die Kamps AG eine Eigenkapitalbasis von 727,4 Mill. Euro habe. Der Finanzierungsbedarf der Gruppe sei gesichert, unter anderem durch die Prolongation bestehender und Aufnahme neuer Bankkredite.

Kamps setzte gestern als Termin für die Bilanzpressekonferenz den 16. April fest. Zu diesem Zeitpunkt erhoffen sich die verbliebenen freien Aktionäre der Kamps AG Aufschluss über die Höhe eines möglichen Abfindungsangebots. Der italienische Nudelhersteller Barilla, der seit seinem Übernahmeangebot vor rund einem Jahr mehr als 97 % der Aktien der Kamps AG eingesammelt hat, hatte Anfang März ein so genanntes Squeeze-Out-Verfahren eingeleitet. Mit dem Abfindungsangebot will er auch noch die restlichen Kleinaktionäre aus dem Unternehmen drängen.

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