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01.03.2004

15:45 Uhr

Sonderprodukt für den „globalen“ Manager

Luxus-MBA für Vielflieger

VonChristoph Mohr
Quelle:http://www.karriere.de

Business Schools kämpfen mit berufsbegleitenden MBA-Programmen um gut zahlende Kunden. Die Auswahl an Executive MBA-Programmen ist groß, doch nur die allerwenigsten lohnen wirklich die sehr hohen Studiengebühren.

London Business School

Eine der drei führenden europäischen Business Schools bei Vollzeit-MBA-Programmen, die London Business School (LBS), gilt auch beim Executive MBA als Spitzenreiter. Trend setzend war die Einführung des "EMBA-Global", eines astronomisch teueren "Jet set"-MBA, zu dem die Programmteilnehmer nach London und New York jetten.

Der Gedanke: Man schaffe ein Sonderprodukt für den "globalen" Manager, das zu einem Premiumpreis angeboten wird. Unternehmen werden bereit sein, viel Geld dafür zu bezahlen, um Hoffnungsträger zu halten und zu hätscheln. Fraglich ist, ob sich solche Programme, die auf den Markt kamen, als Geld für Großverdiener im Investmentbanking und der New Economy keine Rolle spielte, auch in mageren Jahren überleben werden.

Besagter  "EMBA-Global" ist ein Gemeinschaftsangebot von London Business School und Columbia Business School in New York. Das Programm für Manager mit acht bis zehn Jahren Berufserfahrung erstreckt sich über 20 Monate. Im ersten Jahr wechseln die Präsenzblöcke in Form von verlängerten Wochenenden zwischen London und New York. Im zweiten Jahr steht Projektarbeit auf einem der beiden Kontinente auf dem Programm, sowie ein "Abstecher" nach Asien. Kosten: 115 000 US-Dollar (inkl. Unterbringung, aber ohne Flugkosten).

Neben diesem "Jet-Set MBA" bietet die London Business School auch einen "normalen" Executive MBA an. Er erstreckt sich über zwei Jahre, mit Präsenzblöcken jede zweite Woche im Monat freitags und samstags in London, also etwa 40 Arbeitstage im ersten Jahr. Im zweiten Jahr sind sechs bis acht Wahlpflichtkurse aus einem Gesamtangebot von über 80 Kursen zu wählen, womit die London Business School ihren Größenvorteil voll ausspielt.

Eine kleine Schule kann ein solches Angebot nicht bieten. Der Spaß für Manager mit neun bis zehn Jahren Arbeits- und etwa vier Jahren Führungserfahrung kostet 40 500 Pfund. Besonderer Hinweis: Es gibt ein Stipendium nur für Frauen.

IMD

Dem Markt folgend hat auch das   IMD in Lausanne, Europas kommerziell erfolgreichste Business School, einen Executive MBA in ihr Programm genommen, der zum extravaganten Preis von 115 000 CHF (ohne Unterbringung und Flüge) angeboten wird.

Konzeptionell ist der IMD-EMBA ein Hybrid-Programm, das Teile der sehr erfolgreichen IMD Managerfortbildung (executive education) mit einem Teil des Vollzeit-MBA und modischen Elementen (1 Woche Irland, 1 Woche Silicon Valley, 1 Woche Shanghai) kombiniert. Teilnehmer des zweijährigen Programms absolvieren zuerst zwei Präsenzmodule des "Program for Executive Development" (PED) à 5 Wochen, das auch unabhängig von der Teilnahme am EMBA besucht werden kann.

Rotterdam School of Management (RSM)

Auch die Rotterdam School of Management (RSM), die mit ihrem Vollzeit-MBA zu den fünf besten Schulen in Europa zählt, ist auf den modischen Zug der "Jet-Set"-Programme aufgesprungen.

Zusammen mit der Kenan-Flagler Business School an der University of North Carolina at Chapel Hill, sowie der Chinese University of Hong Kong, der Fundacao Getulio Vargas (FGV-EAESP) in Sao Paulo und Monterrey Tech (EGADE) in Mexiko als Juniorpartner bietet sie ihren  "OneMBA". für Manager mit fünf bis fünfzehn Jahren Berufserfahrung an. Das Programm erstreckt sich über 21 Monate mit elf einwöchigen Präsenzblöcken in Rotterdam, Hong Kong, Sao Paulo, Monterrey und den USA. Mit 48 000 Euro Programmgebühr gehört der "OneMBA" unter den "Jet-Set"-Programmen zu den günstigeren Angeboten. Allerdings hat die RSM Schwierigkeiten, mit ihrem "OneMBA" in Deutschland großen Anklang zu finden.

HEC Paris

Ähnlich wie die Rotterdam School of Management (RSM) setzt auch HEC Paris, die führende französische Business School, bei ihrem Executive MBA-Programm auf eine internationale Allianz unter Gleichen. Für ihren  "Trium MBA" haben sich HEC, die renommierte Stern School of Business der New York University (NYU) und die London School of Economics (LSE), die bislang nicht auf dem MBA-Markt präsent war, zusammen getan. Das 16-monatige Programm besteht aus sechs ein- bis zweiwöchigen Präsenzblöcken in Paris, London, New York, sowie wechselnden Orten in Asien und Lateinamerika. Mit einem Altersdurchschnitt von 35 bis 45 Jahren und einem Preis von 92 000 US-Dollar (inkl. Unterbringung) wendet sich der "Trium MBA" an weiter fortgeschrittene Manager. Auch hier ist die Akzeptanz ungewiss.

Ashridge Business School

Gegen den Trend ganz auf ihre eigenen Stärken setzt die 50 Kilometer nordwestlich von London nobel residierende   Ashridge Business School.

Ihr Teilzeit-MBA für 30 000 Pfund (zzgl. Mehrwertsteuer) ist ein in die Länge gestreckter Vollzeit-MBA: Statt der vier vierwöchigen Präsenzblöcke im Vollzeit-Programm sind hier zwölf einwöchige Präsenzblöcke über zwei Jahre zu absolvieren. Besonders wichtig ist Ashridge darüber hinaus die fortlaufende Arbeit an einem eigenen Projekt und damit die direkte Umsetzung und Erprobung des Gelernten.

Das hat auch einige deutsche Unternehmen überzeugt. Bosch, Deutsche Bank, Lufthansa und Merck haben sich hier für ihre Mitarbeiter einen eigenen Executive MBA maßschneidern lassen.

WHU/Kellogg

Durch eine Allianz mit der Kellogg School of Management in Chicago, einer der führenden US-Business Schools, ist auch die   WHU Koblenz, eine der führenden deutschen privaten Wirtschaftshochschulen, im EMBA-Markt vertreten (). Die WHU, auch die einzige deutsche Hochschule, die das international maßgebliche equis- Gütesiegel der European Foundation for Management Development (efmd) trägt, bietet selbst kein Vollzeit-Programm an. Trotzdem ist der Executive MBA keine Franchise des stärkeren US-Partners Kellogg, sondern sucht die gegenseitige Ergänzung von deutschen und US-amerikanischen Sichtweisen. Das zweijährige Programm für 45 000 Euro umfasst 23 Wochenenden in Vallendar bei Koblenz und vier einwöchige Präsenzblöcke in Vallendar, Chicago und Hong Kong.

Gegenwärtig darf der WHU-Kellog-EMBA als das beste Angebot auf dem deutschen Markt gelten, wobei abzuwarten bleibt, wie sich die Konkurrenz (Handelshochschule Leipzig, Uni Mannheim) entwickeln wird.

Chicago in Barcelona

Vom Wissen einer führenden US-Business School kann man auch in Barcelona profitieren. Dort bietet die   University of Chicago Graduate School of Business ihr "Executive MBA Program Europe" für 75 000 Euro an. Für die 20-monatige Ausbildung mit 16 einwöchigen Präsenzblöcken, die mit dem in Chicago angebotenen EMBA identisch ist, fliegen die Dozenten aus Amerika ein.

Quelle: Junge Karriere, weitere Informationen zum Thema MBA finden Sie auch unter www.jungekarriere.com/mba

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