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07.01.2002

21:05 Uhr

Sorgen um Bilanzen

Gewinnmitnahmen drücken US-Börsen

Die Investoren befürchteten, die Aktienkurse seien der Entwicklung der Unternehmensgewinne bereits deutlich vorausgelaufen, sagten Börsianer. Zwar könne ab dem zweiten Quartal 2002 mit einer Erholung der Gewinne gerechnet werden, doch rüste man sich für ein weiteres schwaches abgelaufenes viertes Quartal.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index fiel bis gegen 20.00 Uhr MEZ um 0,29 Prozent im Minus auf 10 230,33 Punkten, die US-Technologiebörse Nasdaq, die anfangs deutlich zugelegt hatte, verlor 0,20 Prozent auf 2 055,18 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,11 Prozent auf 1 148,08 Zähler nach. "Wir hatten sicher einen guten Aufwärtstrend seit den Tiefständen vom September. Die Leute wollen jetzt sehen, ob die Bilanzen diesen Trend unterstützen", sagte Noah Blackstein, Portfolio Manager bei Dynamic Power American Fund.

An der vorsichtigen Haltung der Investoren habe auch die positive Prognose des Computerkonzerns Compaq wenig geändert, sagten Händler. Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller hatte zuvor mitgeteilt, er rechne entgegen früherer Prognosen für das abgelaufene vierte Quartal des Geschäftsjahres mit einem Gewinn und einer Steigerung der Umsätze auf rund acht Milliarden Dollar. Die Aktie legte 1,84 Prozent auf 11,60 Dollar zu.

Von den bisher insgesamt 1217 Ankündigungen für die ab Mitte Januar zu erwartende Bilanzsaison waren nach Angaben von Thomson Financial/First Call 25 Prozent positiv, verglichen mit durchschnittlich 16 Prozent in den ersten drei Quartalen 2001. Dennoch rechnen die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten damit, dass die Gewinne der Unternehmen im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22 Prozent niedriger liegen. Dies wäre die schlechteste Bilanzsaison seit dem dritten Quartal 1991.

Die Aktien des weltgrößten PC-Herstellers Dell Computers stiegen 1,28 Prozent auf 29,98 Dollar. Die Investmentbank Robertson Stephens hatte die Aktien des Unternehmens zuvor auf "buy" von "market perform" heraufgestuft und das Kursziel für die nächsten zwölf Monate auf 35 von zuvor 26 Dollar angehoben. Die Bank begründete dies mit positiven Erwartungen für die Quartalsbilanz.

Die Aktie des Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies gab 1,41 Prozent auf 6,99 Dollar nach und war der am meisten gehandelte Wert an der New York Stock Exchange. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, die bisherige Chefin von Eastman Kodak, Patricia Russo, werde zum neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt. Rosso hatte bereits 20 Jahre lang bei Lucent und AT&T gearbeitet, bevor sie im April als Präsidentin und Chief Executive Officer (CEO) bei der Sanierung des Fotokonzerns Kodak mitgewirkt hatte.

Bei den Standardwerten gaben die Aktien des Getränkekonzerns Coca-Cola rund 2,7 Prozent auf 45,18 Dollar ab. Die US-Investmentbank JP Morgan hatte die Titel des Dow-Wertes zuvor auf "market perform" von "long-term buy" heruntergestuft. Die Erwartungen für das Unternehmen seien angesichts der schwachen Wirtschaft zu hoch, begründete JP Morgan diesen Schritt.

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