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20.01.2008

11:51 Uhr

South Carolina

John McCain feiert wichtigen Sieg

VonGeorg Watzlawek

John McCain hat in der konservativen Hochburg South Carolina einen wichtigen Etappensieg errungen und geht nun als Favorit der Republikaner in die nächste Vorwahl in Florida. Doch trifft der Vietnam-Veteran dort auf einen frischen Gegner im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur: Rudy Giuliani, der seine Kräfte auf den bevölkerungsreichen Sonnenstaat konzentriert hat.

Der Sieger von South Carolina: John McCain. Foto: ap Quelle: ap

Der Sieger von South Carolina: John McCain. Foto: ap

HB COLUMBIA SC. Nach seinem ersten Sieg in New Hampshire gewann McCain, der frühere Senator von Arizona, am Samstag auch die Wahl in South Carolina mit 33 Prozent der Stimmen und setzte sein Comeback fort. Damit bewies der 71-Jährige, der in seiner eigenen Partei als liberal gilt, dass er auch Teile des konservativen Flügels überzeugen kann. South Carolina ist eine Hochburg dieser bibeltreuen Republikaner mit großer Signalwirkung auf das weitere Rennen. „Wir sind uns alle bewusst, dass der Gewinner von South Carolina in den letzten 28 Jahren immer der Präsidentschaftskandidat unserer Partei geworden ist”, sagte McCain am Abend in Charleston. „Aber wir haben noch ein paar harte Runden vor uns.”

Mike Huckabee, der strengreligiöse frühere Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas kam mit knapp 30 Prozent hier nur auf den zweiten Platz. Doch gab sich auch der 52-Jährige siegesgewiss: Er habe McCain zu seinem Sieg gratuliert, aber „Politik ist kein Ereignis, sondern ein Prozess“. Und der sei „noch lange, lange nicht zu Ende“. Seine Kampagne habe zwar „nicht das meiste Geld, nicht die meisten Berater, aber eine Botschaft, die uns bis ins Weiße Haus bringen wird“, sagte der charismatische Redner bei seiner Wahlparty in Columbia.

Fred Thompson, ebenfalls ein Vertreter der sozialkonservativen Republikaner, erreichte mit 18 Prozent den dritten Platz. Er äußerte sich danach ziemlich unklar und nährte Erwartungen, bald aus dem Rennen aussteigen zu wollen. Es wird erwartet, dass er sich dann hinter McCain stellt. Doch hofft auch Huckabees Team, dann alle religiösen Rechten auf sich vereinen zu können. „Thompson hat uns viele Wähler abspenstig gemacht, daher konnten wir in South Carolina nicht gewinnen,“ klagte Tim Hutchinson, ein früherer Senator und Mitstreiter von Huckabee.

Mitt Romney, der wenige Stunden zuvor den republikanischen Caucus im Wüstenstaat Nevada für sich entschieden hatte, wurde in South Carolina mit 16 Prozent nur Vierter. Der ehemalige Investmentbanker hatte hier zwar sehr viel Geld in die Wahlwerbung gesteckt. Als er in den Umfragen zurückfiel hatte er sich ganz auf Nevada geworfen – wo er fasst ohne Konkurrenz auftreten konnte. Daher wird Romneys Erfolg keine große Bedeutung zugerechnet – obwohl er bislang die meisten Delegiertenstimmen der Republikaner auf sich vereinen konnte. Zweiter wurde in Nevada übrigens Ron Paul, der mit seinen libertären Forderungen und seinem radikalen Anti-Kriegskurs vor allem im Internet eine treue Anhängerschaft hat, in der Partei aber völlig isoliert ist.

Für McCain hat der Erfolg in South Carolina auch eine persönlich wichtige Komponente. Hier war 2000 seine erste Präsidentschaftskandidatur gescheitert. Damals hatte er gegen einen Gouverneur aus Texas, gegen George W. Bush verloren. Dessen Team hatte eine beispiellose Schlammschlacht entfacht und McCain unter anderem unterstellt, er habe ein uneheliches Kind mit einer Schwarzen.

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