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17.03.2003

11:06 Uhr

„Soziales Schmiermittel“

Lachen am Arbeitsplatz ist wichtig

Humor im Arbeitsleben hilft nach Ansicht des Humorforschers Michael Titze, Konflikte zu lösen und Stresshormone abzubauen. "Im Lachen werden positive zwischenmenschliche Signale gesetzt, die Teamgeist, Kreativität und Motivation im Betrieb fördern", sagte Titze.

HB/dpa STUTTGART. Dabei wirke sich schon ein Lächeln positiv auf die Hirnaktivität aus, ein ausgiebiges Lachen fördere sogar die Immunabwehr. "Lachen ist ein soziales Schmiermittel und weckt die Lebensgeister", sagte der Psychotherapeut.

Voraussetzung sei eine optimistische Haltung, die sich auch trainieren lasse. Die wachsende Zahl von Menschen, die Humorseminare und Lachclubs besuchten, zeige, dass dies auch in Deutschland immer ernster genommen werde. Die heilsame Wirkung des Lachens wird auch Schwerpunkt des 2. Stuttgarter Humor-Kongresses vom 2. bis 4. Mai sein.

In einer von Leistungs- und Konkurrenzdruck geprägten Arbeitswelt kann sich nach Ansicht von Titze nur derjenige auf Dauer behaupten, der über eine Menge an kreativer Flexibilität verfügt. "Dazu gehören Kompetenzen wie kritische Eigeninitiative, autonome Selbstverantwortung, soziale Intelligenz und die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden."

Der Druck, besser sein zu müssen als der Durchschnitt, werde durch die angespannte Arbeitsmarktsituation ständig bestätigt. "So entsteht ein Konkurrenzdenken, das eine heitere Stimmung im zwischenmenschlichen Bereich immer weniger aufkommen lässt." Wenn Menschen regelmäßig und unbeschwert miteinander lachten, erlebten sie die vielen "Beziehungsfallen", die sich gerade am Arbeitsplatz auftäten, als eine kommunikative Herausforderung, die mit Humor freundschaftlich bewältigt werden könne.

Griesgrame, die dreinschauen wie "Abschmecker in einer Essigfabrik", wirkten kontraproduktiv. Die Redewendung "sich kaputt lachen" beziehe sich allein auf den Muskelkater im Bauchbereich - dieser sei aber völlig ungefährlich.

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