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12.02.2002

11:15 Uhr

"Sparen und Investieren"

Bremen: Sanierungsland mit höchster Arbeitslosenquote im Westen

Das hoch verschuldete Bundesland Bremen hat seit langem die höchste Arbeitslosenquote der westlichen Länder.

dpa BREMEN. Aktuell beträgt sie 12,8 % bei insgesamt 41 176 Arbeitslosen. Vor allem ist es das strukturschwache Bremerhaven (Arbeitslosenquote Ende Januar: 17,3 %), das den Landesdurchschnitt nach oben drückt. "Die Zahl ist immer noch unbefriedigend", sagt der Bremerhavener Arbeitsamtssprecher Hans-Dieter Krause. Am Jahresdurchschnitt der vergangenen zwei Jahre von 16,4 % werde sich nicht viel ändern.

Insbesondere durch den Dienstleistungssektor vor allem in der Kommunikations- und IT-Branche wurden in der Stadt Bremen in 2001 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 1 600 zusätzliche, neue Stellen geschaffen. Damit nahm Bremen mit einem Plus von 0,4 % den ersten Platz unter den norddeutschen Ländern ein. Die Jahresdurchschnittsquote in der Arbeitslosenstatistik sank von 1999 mit 14,3 % (43 885 Arbeitslose) auf 12,4 % (39 851) 2001.

Investitionen in neue Gewerbegebiete

Ob der Wandel in der bremischen Wirtschaft nach herben Einbrüchen im produzierenden Gewerbe langsam Wirkung zeigt, ist zudem fraglich. "Den großen Durchbruch hat es noch nicht gegeben", sagt ein Sprecher der Handelskammer. Auf den Aufschwung wartet Bremerhaven ebenfalls seit Jahren. Der Schiffbau, einst Hauptstandbein der Stadt, ist auf wenige hundert Arbeitsplätze geschrumpft. Die Lebensmittelindustrie, die an die Stelle der traditionellen Fischwirtschaft getreten ist, konnte die Arbeitsplatzverluste der vergangenen Jahrzehnte nicht wettmachen. "Was uns fehlt, sind neue Unternehmen", sagt Krause.

Dabei braucht Bremens Finanzsenator Hartmut Perschau (CDU) möglichst hohe Steuereinnahmen, um für das kleinste Bundesland ab 2005 einen verfassungskonformen Haushalt aufstellen zu können. Bis dahin erhält Bremen noch Sanierungszahlungen des Bundes. Das Haushaltsdefizit lag im Jahr 2000 bei 118 Mill. Euro (231 Mill. DM). Nach rund 305 Mill. Euro in 2001 wird das Defizit in 2002 auf 446,7 Mill. Euro wachsen. Der Schuldenstand des Landes liegt bei 9,2 Mrd. Euro - Tendenz steigend.

"Sparen und Investieren" heißt seit 1995 das Motto der großen Koalition in Bremen. Investiert wird vor allem in den Tourismus sowie in neue Gewerbegebiete und Technologieparks. Dafür stieg die Investitionsquote von 15,1 % in 2000 über 16 % in 2001 auf 17,6 % im laufenden Jahr.

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