Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.01.2001

19:38 Uhr

Sparkasse Essen will durch Kooperationen Kosten senken – Krefelder Institut stärkt Sicherheitsrücklagen – Wuppertaler mit Wertpapierplus

Margendruck auf Sparkassenerträge hält an

Der Ertragsdruck auf die Margen der Sparkassen hält weiter an, ob in Essen, Krefeld oder Wuppertal. Die Rentabilität der Institute sinkt, berichteten die Sparkassen bei der Vorstellung ihrer 2000er-Ergebnisse. Dem wollen sie durch vermehrte Kooperationen und Auslagerungen begegnen.

cd/rlb ESSEN/KREFELD/WUPPERTAL. "Zufrieden" zeigt sich die Sparkasse Essen angesichts eines "soliden qualitätsorientierten Wachstums" mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2000. Der Schwerpunkt des Wachstums - die Bilanzsumme stieg um 4,2 % auf 13,8 Mrd. DM - war erneut das Kreditgeschäft, das um 7,2 % auf 8,6 Mrd. DM zunahm.

Positiv hätten sich insbesondere die erhöhte Investitionsneigung der Wirtschaft und die gestiegene Konsumneigung der Verbraucher auf das Kreditgeschäft ausgewirkt, sagte der Vorstandschef der Essener Sparkasse, Henning Osthues-Albrecht, bei der Bilanzpressekonferenz. Bei der Refinanzierung griffen die Essener erneut auf den Bankenmarkt zurück, weil die Kundeneinlagen nur leicht um 1,2 % auf 9,5 Mrd. DM stiegen. Das bilanzwirksame Sparvolumen schrumpfte sogar um 81 Mill. DM auf 6,9 Mrd. DM.

Die Ertragslage des Instituts bezeichnete der Vorstandschef trotz der "rückläufigen Entwicklung" als zufrieden stellend. Der Zinsüberschuss verharrte trotz der Volumenausweitung mit 312 Mill. DM auf dem Vorjahresniveau. Die Zinsmarge schrumpfte von 2,52 % auf 2,32 %. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge sank von 1,16 % auf 0,96 % der durchschnittlichen Bilanzsumme. Diese Rendite liegt allerdings über dem Durchschnitt der rheinischen Sparkassen. Ohne den Aufwand von rund 120 Mill. DM für die Sanierung ihrer Hauptverwaltung würde diese Ergebnisziffer allerdings knapp über 1 % liegen.

Für das Jahr 2001 zeichnet Osthues-Albrecht ein ähnliches Bild: Der Margendruck auf die Ertragslage werde anhalten, die Kreditnachfrage werde das 2000er-Niveau erreichen, bei den Kundeneinlagen könne es wegen hoher Fälligkeiten erneut Engpässe geben.

Institute prüfen vermehrte Kooperationen

Die Essener wollen durch verstärkte Kooperationen mit anderen Sparkassen und Auslagerungen ihre Kosten senken. Dass die Auslagerung von Funktionen nicht immer der richtige Weg sei, betonte der Vorstandschef der Sparkasse Krefeld, Ullrich Topoll. Für sein Haus rechne sich beispielsweise ein Outsourcing der Zahlungsverkehrabwicklung nicht.

Mit der Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr zeigte sich Topoll bei der Bilanzpressekonferenz zufrieden. Die Bilanzsumme stieg um 2,7 % auf 5,5 Mrd. Euro. Geprägt war die Entwicklung von einer steigenden Wertpapiernachfrage, einem moderaten Wachstum der Kundengelder und einer gebremsten Nachfrage im gewerblichen und privaten Kreditgeschäft. Erstmals überschritt die Sparkasse beim Kreditvolumen die 3-Milliarden-Marke knapp.

Erneut verringert hat sich der Zinsüberschuss des Krefelder Instituts: Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank in 2000 auf 0,95 % der durchschnittlichen Bilanzsumme, im Vorjahr hatte es noch bei 1,15 % gelegen. Das Institut weist einen Bilanzgewinn von 9,5 (9,2) Mill. Euro aus, der komplett in die Sicherheitsrücklagen fließen soll. Sie werden künftig knapp 230 Mill. Euro betragen. Auf diese Weise solle die Eigenkapitalbasis der Sparkasse gestärkt werden, betonte Topoll.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Wuppertal, Peter H. Vaupel, war "2000 das Jahr des Wertpapiergeschäfts". Denn die Kunden hätten verstärkt die Börse entdeckt und durch ihr Anlageverhalten für eine "rasante Entwicklung" in diesem Bereich gesorgt. Insgesamt erreichte die Wertpapierersparnis bei dem Institut 317 Mill. DM, was einer Steigerung um 156 % entspricht. Das Einlagengeschäft erreichte einen Bestand von 6,94 (6,89) Mrd. DM. Als erfreulich bezeichnet das Institut auch die Entwicklung seines Kreditgeschäfts: Die Ausleihbestände stiegen um 420 Mill. DM auf 6,54 Mrd. DM.

Die Bilanzsumme wuchs um 321 Mill. DM auf insgesamt 9,44 Mrd. DM bzw. 4,83 Mrd. Euro. Im neuen Geschäftsjahr erwartet Vaupel eine Bilanzsumme von 5 Mrd. Euro. Die Ertragslage des Geldinstituts wird als stabil bezeichnet. Die Zinsspanne lag 2000 bei 2,09 (2,2) %. Der Jahresüberschuss beträgt gut 15 Mill. DM. Die Eigenkapitalkennziffer liegt bei 11,65 % und damit deutlich über der gesetzlichen Mindestnorm. Das Betriebsergebnis erreichte 0,58 % der DBS, so dass die Erträge das Prädikat "zufriedenstellend" erhalten.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×