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01.02.2001

12:44 Uhr

ap DÜSSELDORF. Nach dem Erfolg des Transrapid in China gewinnt in der rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen das Tauziehen um den umstrittenen Metrorapid zwischen Düsseldorf und Dortmund an Fahrt. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Sylvia Löhrmann, kündigte am Donnerstag eine "ergebnisoffene", aber kritische Begleitung der laufenden Machbarkeitsstudie durch die Umweltpartei an. Die SPD stellt unterdessen die Weichen für die schnelle Verwirklichung des Projekts.

Die grüne Fraktionsvorsitzende widersprach in Düsseldorf entschieden der Einschätzung, die Chancen einer Strecke Dortmund - Düsseldorf seien durch die Entscheidung in China gestiegen. "Das ist Quatsch." Tatsächlich sei ein Argument der Transrapid-Befürworter weggefallen. Denn für den Export sei jetzt keine Referenzstrecke in Deutschland mehr notwendig. Die werde es in überschaubarer Zeit in China geben.

Löhrmann legte die Latte für ein "Ja" zum Bau der Magnetschwebebahn hoch: "Der Metrorapid muss geeignet sein, die drängenden Verkehrsprobleme im Ruhrgebiet schneller und besser zu lösen - es wäre verheerend, erweise er sich als Investitionsbremse", betonte sie. Notwendig sei eine genaue Kosten-Nutzen-Abwägung.

Kaum ökologische Bedenken

Allerdings räumten die Grünen gleichzeitig auch ein, ökologische Bedenken, wie sie beim Transrapid "Hamburg - Berlin" erhoben worden seien, gebe es beim Metrorapid kaum. Durch die Anpassung an bereits bestehende Trassen und die niedrigere Geschwindigkeit sei die geplante Ruhr-Magnetbahn umweltverträglicher als das ursprüngliche Hochgeschwindigkeits-Konzept.

SPD-Verkehrsminister Ernst Schwanhold ist unterdessen bereits dabei, die Voraussetzungen für eine zügige Verwirklichung des Projektes zu schaffen. In einem Zeitungsinterview kündigte er in dieser Woche an: "Wir wollen uns jetzt die Fachleute sichern, die bei der Strecke Berlin - Hamburg Erfahrungen gesammelt und gute Arbeit geleistet haben." Nach dem Willen von Ministerpräsident Wolfgang Clement soll der Metrorapid bereits bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 Besucher in die Austragungsstädte an Rhein und Ruhr transportieren.

Der Metrorapid quer durch das Rhein-Ruhr-Gebiet wird zusammen mit der Flughafenstrecke in München derzeit auf seine Eignung als mögliche deutsche Transrapid-Referenzstrecke untersucht. Er soll zunächst Düsseldorf und Dortmund verbinden und jährlich über 30 Mill. Fahrgäste durch den Ballungsraum transportieren. Doch sind viele Fragen noch ungeklärt: bis hin zur möglichen Zeitersparnis durch den High-Tech-Sprinter. Schwanhold glaubt die Fahrzeit zwischen Dortmund und Düsseldorf um 20 auf 34 Minuten senken zu können, die Grünen rechnen nur mit einer Einsparung von rund zehn Minuten.

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