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25.01.2003

14:40 Uhr

SPD-Spitze gegen Lafontaines Rückkehr

„Niemand wartet auf ihn“

Die SPD-Führung hat sich kategorisch gegen eine Rückkehr des früheren Parteichefs Oskar Lafontaine in die Bundespolitik ausgesprochen.

HB/dpa BERLIN. Sie reagierte damit auf Appelle einiger SPD-Linker, dem vor vier Jahren unter spektakulären Umständen abgetretenen Vorsitzenden ein politisches Comeback zu ermöglichen. "Niemand wartet auf Oskar Lafontaine", sagte SPD-Generalsekretär Olaf Scholz am Samstag der dpa. Nachdem Lafontaine den Parteivorsitz "weggeschmissen hat, gebietet das die Selbstachtung", meinte Scholz und fügte hinzu: "Etwas weniger ungerechte Kritik an der SPD durch den ehemaligen Parteichef wäre ja etwas Neues".

Münteferings Stellvertreter Ludwig Stiegler hatte sich dagegen für eine Rückkehr des früheren Parteichefs stark gemacht. "Ein erfolgreicher Kämpfer wie Lafontaine tut der SPD gut", sagte Stiegler der "Bild am Sonntag". Als erstes müsse Lafontaine zur "Wiedergutmachung" das Saarland für die SPD zurückerobern. Danach sei es auch denkbar, dass er im Bund wieder eine größere Rolle spiele. Der ebenfalls zum linken Parteiflügel zählende Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer sagte der Zeitung: "Eine Partei wie die SPD sollte erkennen, dass Lafontaines Anstöße wichtig sind".

Der 59-Jährige Lafontaine, der im März 1999 im Streit um den Kurs von Bundeskanzler Gerhard Schröder den Parteivorsitz niedergelegt und als Finanzminister zurückgetreten war, hatte sich am Freitagabend auf der politischen Bühne zurückgemeldet. Er kündigte in Saarbrücken an, die Saar-SPD gemeinsam mit Landeschef Heiko Maas im kommenden Jahr zum Wahlsieg zu führen. In welcher Funktion ließ Lafontaine offen.

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