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03.08.2000

14:50 Uhr

vwd BRÜSSEL. Die Durchsuchungen der Europäischen Kommission wegen mutmaßlicher Absprachen im deutsch-österreichischen Buchhandel dauern an. "Die Inspektionen gehen im Prinzip weiter", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Donnerstag in Brüssel. Er konnte nicht sagen, ob die EU-Beamten nur einen Teil oder wieder alle Verlage und Buchgroßhändler ins Visier genommen haben wie am Vortag. Neue seien nicht betroffen, meinte er. Montis Beamte hatten am Mittwoch zusammen mit nationalen Behörden in einer Überraschungsaktion vier deutsche Verlage, den Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie den Wiener Medienkonzern Libro durchsucht.

Die Kommission will ermitteln, ob sich die deutschen Verlage und Händler gezielt auf eine Liefersperre gegen Libro verständigt haben, weil deren Internet-Tochter Bestseller billiger im Netz anbot. Außerdem prüft sie, ob eine Übereinkunft zwischen Libro und dem Großverlag Bertelsmann über das Ende des Rabattsystems im Internet bei gleichzeitiger Wiederbelieferung gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstößt. Monti sieht durch die vermuteten Absprachen die Vereinbarung über die Buchpreisbindung verletzt. Der Verkauf von Büchern über das Internet unterliegt demnach nicht der Preisbindung. Die Betroffenen hatten die Aktion als überzogen und ungerechtfertigt kritisiert.

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