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03.08.2000

19:19 Uhr

Spekulationen über Börsengänge zurückgewiesen

ARD setzt auf Online-Werbung

Öffentlich-rechtliche Sender sollten nach dem Willen des ARD-Vorsitzenden Peter Voß auch Online-Werbung betreiben dürfen. Auch das Sponsoring sei als Finanzierungsquelle nicht mehr wegzudenken, sagte Voß.

kin Stuttgart. Voß wies darauf hin, dass ARD und ZDF weiterhin das Sponsoring brauchten, wenn ihnen Werbung im beschränkten Umfang nach 20 Uhr nicht gestattet werde. Immer mehr Firmen seien dazu übergegangen sind, so genannte "Kombis" aus Werbung vor und Sponsoring nach 20 Uhr zu buchen. Außerdem würden viele Sportrechte-Agenturen die Übertragungsrechte für große Sportveranstaltungen von der Möglichkeit abhängig machen, in eigener Regie Sponsorhinweise zu schalten. "Fiele das Sponsoring weg, hätten wir gravierende Wettbewerbsnachteile zu gewärtigen."

Als "sicherlich sehr hilfreich" bezeichnete es Voß, wenn ARD und ZDF Online-Werbung betreiben könnten. "Wenn man bedenkt, dass allein Bertelsmann New Media in einem Jahr 500 Mill. DM in ihr Online-Angebot investiert und dass die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten der ARD für die nächsten vier Jahre gerade einmal 88 Mill. DM zugestanden hat, also 22 Mill. DM pro Jahr, dann wird klar, dass wir da nicht mithalten können." Aus diesem Grund wäre es wünschenswert, wenn das im 4. Rundfunkänderungsstaatsvertrag ausgesprochene Werbeverbot noch einmal überprüft würde.

"Ähnliches gilt für E-commerce, wobei ich dabei weniger an eine neue Einnahmequelle denke, als vielmehr an die Chancengleichheit." Wenn etwa private Rundfunkstationen ihren Hörern die Möglichkeit anbieten, Musiktitel gegen Bezahlung downzuloaden, und den ARD-Programmen diese Möglichkeit verwehrt bliebe, könnte es sein, dass die öffentlich-rechtlichen Sender dadurch sehr schnell ins Hintertreffen gerieten.

Die Frage eines eigenen Zugangs zum Internet habe die ARD geprüft, sich aber aus finanziellen und rechtlichen Gründen dagegen ausgesprochen. "Aus heutiger Sicht war das die richtige Entscheidung, denn die technische Entwicklung auf diesem Sektor geht so rasend schnell, dass es bald von untergeordneter Bedeutung sein dürfte, welchen Zugang ein Internet-Surfer wählt."

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