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08.06.2000

11:58 Uhr

dpa BERLIN. Die langjährige Vertraute von Altbundeskanzler Helmut Kohl, Juliane Weber, war ebenfalls an der Weiterleitung von Spenden an die CDU-Zentrale beteiligt. Auf eine entsprechende Frage im Untersuchungsausschuss des Bundestages räumte sie am Donnerstag ein, dass im Kanzleramt eingegangene Spenden durch das Büro von Kohl, aber "auch durch mich" an die Bundesschatzmeisterei der CDU weitergeleitet worden sei. Zur Höhe der Spenden könne sie nichts sagen: "Es waren keine immensen Beträge." Mit Kohl habe sie über die Vorgänge nicht gesprochen, auch nicht über dessen "Ehrenwort" an die anonymen Spender.

Auf Befragen durch den Ausschussvorsitzenden Volker Neumann (SPD) sagte sie, sie habe vom Generalbevollmächtigen des Flick-Konzern Eberhard von Brauchitsch im Jahr 1975 einen Umschlag entgegen genommen. "Was in dem Umschlag war, wusste ich nicht", sagte Weber. Sie habe das Kuvert an den Parteivorsitzenden weitergereicht. Den Waffenhändler Karlheinz Schreiber habe sie "nie gesehen". Juliane Weber kam bereits 1964 zunächst als Sekretärin des damaligen rheinland-pfälzischen CDU-Fraktionschefs zu Kohl. Später folgte sie ihm ins Bonner Kanzleramt.

Neben Weber soll auch Kohls Sprecher Michael Roik als Zeuge zur Herkunft der Spenden befragt werden. Als weiterer Zeuge soll sich der frühere Generalbevollmächtigte des Flick-Konzerns, Eberhard von Brauchitsch, zu seinen Verbindungen zu Kohl äußern.

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