Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.01.2003

08:18 Uhr

Spezialorganisation soll aktiv sein

USA werfen Irak Sabotage der UN-Inspektionen vor

Die USA haben Irak gezielte und massive Sabotage der UNO-Inspektionen vorgeworfen. Saddam Hussein soll sogar die Ermordung aller Wissenschaftler angeordnet haben, die mit den Waffeninspekteuren kooperieren.

vwd/dpa WASHINGTON. Eine irakische Spezialorganisation kümmere sich um die Behinderung von Kontrollen und die Einschüchterung von Zeugen, heisst es in der Erklärung. Die Organisation werde von Kussai Saddam Hussein, dem jüngsten Sohn des irakischen Machthabers Saddam Hussein, geleitet. Anstatt Einrichtungen zur Zusammenarbeit mit den Inspektoren anzuhalten, erteile Bagdad Anweisungen zur Behinderung der Kontrollen.

Tausende Mitarbeiter irakischer Sicherheitsdienste würden eingesetzt, um Dokumente und Material vor den Kontrolleuren geheim zu halten. Mögliche Zeugen würden eingeschüchtert, heisst es im Bericht des Weissen Hauses. In der Erklärung wirft die US-Regierung Irak erneut vor, den Besitz von Massenvernichtungswaffen in dem Rüstungsbericht vom Dezember verschwiegen zu haben. Auch die Bemühungen Iraks, sich im Ausland waffenfähiges Uran zu besorgen, tauchten nicht im Rüstungsbericht auf.

Der irakische Präsident Saddam Hussein soll sogar nach US-Informationen die Ermordung aller Wissenschaftler angeordnet haben, die bei der Befragung im Rahmen der UN-Waffeninspektionen kooperieren. Das gelte auch für die Familienangehörigen, sagte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz am Donnerstag in einer Rede in New York. Darin listete er "Beweise" für irakische Verstöße auf, die aus US-Sicht einen Militärschlag rechtfertigen würden. Wolfowitz berief sich bei seinem Vorwurf auf Angaben aus "vielfachen" Quellen. Nach den Worten des Vizeministers ist den USA auch bekannt, dass Wissenschaftler vor den Vernehmungen genau instruiert würden und irakische Geheimdienstoffiziere sich als Forscher ausgäben, um dann von den UN-Inspekteuren verhört zu werden.

Der stellvertretende Pentagon-Chef zählte in seiner Rede vor der Denkfabrik "Council on Foreign Relations" hauptsächlich verschiedene Waffenarten auf, die der Irak nach US-Informationen besitze, aber in Saddams Dossier für die UN nicht aufgeführt seien. Dazu gehören nach Wolfowitz' Worten beispielsweise Tonnen von Anthrax-Rohmaterial. Der Minister beschuldigte den Irak außerdem, verstärkt Unterlagen über Waffenprogramme zu verstecken, etwa in Privathäusern, Farmgebieten und unter Moscheen, Universitäten und Krankenhäusern. Es gebe viele Berichte darüber und "andere Beweise" dafür, sagte Wolfowitz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×