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16.01.2003

07:46 Uhr

Spielfilmsender kämpft gegen niedrige Zuschauerquote

Pro Sieben sucht den Erfolg mit altem Programmrezept

"Sparen ist geil" heißt die Devise bei Pro Sieben. Der früher erfolgsverwöhnte Münchener Sender übt sich in Bescheidenheit. Wie Geschäftsführer Nicolas Paalzow ankündigte, werden die Ausgaben für das Programm leicht zurückgehen. Der Sender leidet wie der Mutterkonzern Pro Sieben Sat 1 Media AG, Unterföhring, unter dem rückläufigen Werbemarkt. Pro Sieben ist derzeit der einzig profitable Kanal der Senderfamilie. Sowohl Sat 1, Kabel 1 und der Nachrichtenkanal N 24 schreiben rote Zahlen.

hps HAMBURG. Der Gewinnbringer Pro Sieben steht seit Monaten unter Druck. Mit einem Anteil von 11,9 % lieferte der Sender zuletzt im Dezember die schlechteste Quote in der werbe-relevanten Zielgruppe der 14 - 49-jährigen Zuschauer seit vielen Jahren ab. Die hausinterne Messlatte liegt bei 13 %.

Paalzow gelobte Besserung. "Wir haben erkannt, dass wir zu wenige frische und neue Programme hatten", sagte der gelernte Medienberater. Deshalb wird es keine Wiederholungen in der Primetime mehr geben. Paalzow setzt jedoch weiter auf das alte Rezept aus Fiktion und Comedy. Mit vier neuen Serien und Kinoerfolgen wie "Der Patriot", "Traffic", "Der talentierte Mr. Ripley" und "American Beauty" will der Sender wieder an frühere Erfolgszeiten am Abend anknüpfen.

Paalzow betonte, dass der Nachschub mit US-Programmware gesichert sei. Kürzlich sind neue Lieferverträge mit Filmproduzenten wie Constantin, Tele-München-Gruppe (Herbert Kloiber), Senator oder Highlight abgeschlossen worden.

Auch die Comedy wird ausgebaut. Komiker Oliver Kalkofe lockt mit der Satire "Mattscheibe". Außerdem wird Viva-Moderator Oliver Pocher die neue Donnerstagabend-Show "Rent a Pocher" moderieren, die von Brainpool, Produktionstochter der Viva Media AG, produziert wird.

Ob der bisher glücklose Senderchef Paalzow den Spagat zwischen Sparen und Quotenerfolg schaffen kann, bezweifeln Insider. "Pro Sieben mit seiner Zielgruppe, vor allem männlich und unter 30 Jahren, war der Lieblingssender der Mediaplaner. Nun wird der Sender von der Agenturszene abgestraft", sagte ein Marktteilnehmer. Angesichts der schlechten Jahresquote hätte der Sender einen "ganz bescheidenen Auftakt" bei den Werbebuchungen erlebt. Pro Sieben musste im letzten Jahr mit einem Rückgang von 1,3 % auf 12 % in der werbe-relevanten Zielgruppe den schwersten Verlust unter den großen Privatsendern verkraften. Das hatte Folgen: Der Gewinn vor Steuern sank in den ersten neun Monaten 2002 um knapp 22 % auf 135,9 Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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