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09.01.2004

11:25 Uhr

Unbequeme Laster wie weihnachtliche Völlerei erfordern unbequeme Maßnahmen. "Mein Name ist Jürgen, und ich bin heute hier, um die Plätzchen und den Weihnachtsbraten aus euch rauszuholen", kündigt der Spinning-Instrukteur seiner versammelten Gruppe im Fitnessclub an der Düsseldorfer Kö an.

Klar, denn deshalb sind auch alle hier, die Räder sind fast alle belegt, obwohl der Fitnessclub "zwischen den Jahren" ansonsten fast leer ist. So geht es derzeit in den meisten deutschen Fitnessclubs zu: Nachdem der Fitness-Trend des Spinnings aus den USA nach Europa geschwappt ist, sind die Kurse aus den meisten deutschen Studios nicht mehr wegzudenken.

Geschulte Kursleiter führen die Teilnehmer auf ihren massiven Standfahrrädern durch Landschaften, simulieren Bergtouren, Sprints, rasante Abfahrten. Musik und oft auch eine Lichtanlage motivieren die Teilnehmer. Mit dem guten alten Ergometer, der auf so manchem Speicher verstaubt, haben die Spinning-Fahrräder wenig gemeinsam, stattdessen hält ein schweres Schwungrad mit einem individuell einstellbaren Widerstand die Fahrer auf Trab. Gefahren wird nie allein, sondern stets in einer Gruppe.

Ohne eigene Spinning-Räume hat in der seit zwei Jahren schwächelnden Fitness-Branche kaum ein Studio noch eine Chance. Und wenn ein Studio wächst, stehen eigene Spinning-Räume ganz oben auf der Erweiterungsliste. Das kommt vor allem kurz nach den fetten Weihnachtstagen und mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr gut an, denn kaum eine Übung verbraucht so viele Kalorien wie das "Herumwirbeln", was Spinning wörtlich übersetzt heißt.

Die Sportart ist erwachsen geworden: "Früher war Spinning fast gleichbedeutend mit Treten bis zum Umfallen. Inzwischen gehen die meisten Teilnehmer ihr Pensum lockerer an, einen demotivierenden Wettbewerbscharakter gibt es nur noch selten", sagt Katja Meinken, Sprecherin der Fitcom, Deutschlands größer Fitnesskette.

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