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25.05.2000

19:37 Uhr

mwb BERLIN. Die Auseinandersetzung um die Sanierung der Bahn zwischen Vorstand und Gewerkschaft nimmt deutlich an Schärfe zu. Der Vorstand der Deutschen Bahn AG sieht die Erfolgsaussichten für das geplante Spitzengespräch mit den Arbeitnehmern am 7. Juni "zunehmend pessimistisch".

Wie das bundeseigene Unternehmen mitteilte, hätten Gespräche auf Arbeitsebene über das Beschäftigungsbündnis in dieser Woche zu keinerlei konkreten Ergebnissen geführt. "Gewerkschaften und Konzernbetriebsrat vermitteln immer offensichtlicher den Eindruck, dass sie nur noch auf öffentliche Hilfe setzen", hieß es. Die Arbeitnehmerseite habe sich bei den Verhandlungen von dem im März in Köln gemeinsam erklärten Ziel für eine Ergebnisverbesserung von 8,4 Mrd. DM bis 2004 verabschiedet.

Zudem wirft der Vorstand den Arbeitnehmervertretern vor, in nahezu jedem Punkt einen Ergebnisbeitrag durch Senkung der Personalkosten abzulehnen. Der Bahnvorstand verweist darauf, dass sich das Unternehmen in einer existenzgefährdenden Situation befinde, da die Kosten je Mitarbeiter über der Wertschöpfung liegen. Sollten sich spätestens mit dem Spitzentreffen am 7. Juni keine konstruktiven Gespräche ergeben, droht der Bahnvorstand das Beschäftigungsbündnis, das betriebsbedingte Kündigungen bis 2002 ausschließt, zu beenden.

Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschland (GdED) wirft ihrerseits dem Bahnvorstand "Blockadepolitik" vor. "Wir sind nach wie vor zu konstruktiven Gesprächen bereit", sagte GdED-Sprecher Hubert Kummer. Die Gewerkschaft erwartet aber Vereinbarungen über betriebliche Beschäftigungsbündnisse, die Umwandlung von Besitzstandszulagen in leistungsabhängige Zulagen, verbesserte Altersteilzeitregelungen, die Fortführung des Vorruhestands und Absicherungen für die Beschäftigten bei Ausgliederungen. Die GdED rufe keinesfalls nur nach dem Staat, sondern fordere die gesetzlich bei der Bahnreform zugesicherten Zuschüsse zur Besitzstandswahrung ein, sagte Kummer. Zu Wochenbeginn hatte GdED- Chef Norbert Hansen erneut mit Warnstreiks zur Expo gedroht.

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