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16.06.2014

00:06 Uhr

3:0-Erfolg

Frankreich fertigt Honduras standesgemäß ab

Mühsam, aber in der Höhe angemessen: Frankreich mit einem 3:0-Erfolg über Außenseiter Honduras in die WM gestartet. Die Franzosen taten sich lange schwer, profitierten letztlich von einer Undiszipliniertheit.

Machte mit dem 3:0 alles klar: Karim Benzema. ap

Machte mit dem 3:0 alles klar: Karim Benzema.

Porto AlegreTorjäger Karim Benzema hat Frankreich den ersten Sieg bei einer Fußball-WM seit acht Jahren beschert. Auch ohne den verletzten Bayern-Star Franck Ribéry gewann der Weltmeister von 1998 im Auftaktspiel am Sonntag in Porto Alegre mit 3:0 (1:0) gegen Honduras und hat damit die Schmach vom Vorrunden-Aus 2010 vergessen gemacht. Mann des Spiels war Benzema, der zwei Treffer erzielte (45./Foulelfmeter/72.) und beim Eigentor von Torhüter Noel Valladares (48.) maßgeblich beteiligt war. Dabei wurde erstmals ein Treffer nach Technikbeweis bei einer umstrittenen Szene gewertet. Honduras musste eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen, da Wilson Palacios vor dem Elfmeter mit Gelb-Roter Karte des Feldes verwiesen wurde.

Die Franzosen können somit in der nächsten Partie gegen die ebenfalls in der Gruppe E siegreichen Schweizer am Freitag einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. „Das war ein schöner Sieg. Die ersten zehn Minuten waren sehr zäh, aber nach dem Elfmeter und dem Platzverweis wurde es leichter“, sagte Matchwinner Benzema. Auch Trainer Didier Deschamps war zufrieden mit dem Auftakt: „Wir waren geduldig und haben auf unsere Chancen gewartet. Heute zu gewinnen, ist ein sehr guter Start“, befand der Coach.

Gruppe E: Frankreich

Frankreich: Das Land

Fläche: 543.965 Quadratkilometer, Einwohner: 66,3 Millionen, Hauptstadt: Paris, Staatsoberhaupt: Staatspräsident François Hollande

Frankreich: Der Verband

Fußballclubs: 20.062, Fußballspieler insgesamt: 4. 190.040, davon registriert: 1.794.940

Frankreich: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 13 (1930, 1934, 1938, 1954, 1958, 1966, 1978, 1982, 1986, 1998, 2002, 2006, 2010), Größte Erfolge: Weltmeister 1998, Vize-Weltmeister 2006, WM-Dritter 1958 und 1986, Europameister 1984 und 2000

Frankreich: Der Kader

Tor: Hugo Lloris Tottenham Hotspur, Stéphane Ruffier - AS St. Étienne, Mickaël Landreau - SC Bastia

Abwehr: Mathieu Debuchy - Newcastle United, Patrice Evra - Manchester United, Raphaël Varane - Real Madrid, Mamadou Sakho - FC Liverpool, Eliaquim Mangala - FC Porto, Bacary Sagna - FC Arsenal, Lucas Digne - Paris St. Germain, Laurent Koscielny - FC Arsenal

Mittelfeld: Yohan Cabaye - Paris St. Germain, Mathieu Valbuena - Olympique Marseille, Rio Mavuba - OSC Lille, Blaise Matuidi - Paris St. Germain, Moussa Sissoko - Newcastle United, Paul Pogba - Juventus Turin, Clément Grenier - Olympique Lyon, Rémy Cabella - HSC Montpellier, Morgan Schneiderlin - FC Southampton

Angriff: Olivier Giroud - FC Arsenal, Karim Benzema - Real Madrid, Antoine Griezmann Real S. San Sebastián, Loic Rémy - Newcastle United

Trainer: Didier Deschamps

Frankreich: Die Bilanz gegen Deutschland

11 Siege - 6 Unentschieden - 8 Niederlagen

Den Part von Ribéry übernahm Antoine Griezmann und nicht Olivier Giroud, der zunächst nur auf der Bank saß. Im Sturmzentrum stand erwartungsgemäß Champions-League-Sieger Benzema. Die vom Kolumbianer Luis Fernando Suárez trainierten defensivstarken Mittelamerikaner setzten in Carlo Costly und Jerry Bengtson sogar auf zwei Sturmspitzen, die aber wirkungslos blieben.

Bei angenehmen Temperaturen um 18 Grad in der südlichsten WM-Stadt gab es vor der Partie erste größere organisatorische Panne. Wegen einer defekten Tonanlage wurden vor dem Anpfiff keine Nationalhymnen gespielt. Auch während der Partie gab es keine Durchsagen.

Die Franzosen, die im Halbfinale bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland den bislang letzten Sieg bei einer WM feiern konnten, übernahmen von Beginn erwartungsgemäß die Initiative, hatten aber erst in der 15. Minute die erste große Tormöglichkeit. Den Schuss von Blaise Matuidi aus acht Metern konnte Torhüter Valladares in letzter Not an die Querlatte lenken. Der 37 Jahre alte Routinier stand in seinem 121. Länderspiel immer wieder im Blickpunkt.

Gruppe E: Honduras

Honduras: Das Land

Fläche: 112.492 Quadratkilometer, Einwohner: 8,6 Millionen, Hauptstadt: Tegucigalpa, Staatsoberhaupt: Staatspräsident und Regierungschef Porfirio Lobo

Honduras: Der Verband

Fußballclubs: 227, Fußballspieler insgesamt: 420.600, davon registriert: 61.300

Honduras: Die WM-Bilanz

WM-Teilnahmen: 2 (1882, 2010), Größte Erfolge: WM-Teilnahmen 1982, 2010, 3. Platz Copa América 2001

Honduras: Der Kader

Tor: Luis López - Real España San Pedro Sula, Noel Valladares - Olimpia Tegucigalpa, Donis Escober - Olimpia Tegucigalpa

Abwehr: Osmán Chávez - Qingdao Janoon, Maynor Figueroa - Hull City, Juan Montes - Motagua Tegucigalpa, Víctor Bernárdez - San José Earthquakes, Juan García - Wigan Athletic, Brayan Beckeles - Olimpia Tegucigalpa

Mittelfeld: Emilio Izaguirre - Celtic Glasgow, Wilson Palacios - Stoke City, Jerry Palacios - LD Alajuelense CRC, Marvin Chávez - Chivas Carson, Edder Delgado - Real España San Pedro Sula, Boniek García - Houston Dynamo, Róger Espinoza - Wigan Athletic, Andy Nájar - RSC Anderlecht, Luis Garrido - Olimpia Tegucigalpa, Jorge Claros - Motagua Tegucigalpa, Mario Martínez - Real España San Pedro Sula

Angriff: Jerry Bengtson - New England Revolution, Carlo Costly - Real España San Pedro Sula, Rony Martínez - Real S. San Sebastian

Trainer: Luis Fernando Suárez

Honduras: Die Bilanz gegen Deutschland

noch keine Spiele

In der 23. Minute hatte der Schlussmann noch einmal das Glück auf seiner Seite, als ein Kopfball von Griezmann ebenfalls nur an der Querlatte landete. Zwei Minuten später verfehlte Benzema nach einer Flanke von Mathieu Valbuena per Kopf das Tor nur knapp. Die kampfstarken Honduraner gerieten immer mehr unter Druck und kamen in der Offensive überhaupt nicht zum Zuge. Allerdings taten sich die Franzosen gegen die kompakte Abwehrreihe des Außenseiters auch schwer.

Erst ein unnötiges Foul von Wilson Palacios an Paul Pogba im Strafraum brachte die Franzosen auf die Siegerstraße. Der bereits verwarnte Palacios erhielt nach der Aktion die Gelb-Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Benzema sicher zum 1:0. In der WM-Geschichte Frankreichs war es bei zehn Versuchen vom Elfmeterpunkt der zehnte Treffer - Elfmeterschießen ausgenommen.

Der Stürmerstar von Real Madrid war auch maßgeblich am zweiten Treffer beteiligt, der nach dem Einsatz der Torlinientechnologie gewertet wurde. Eine Direktabnahme von Benzema prallte vom Innenpfosten auf die Linie, Valladares versuchte an den Ball zu kommen und lenkte ihn dann selbst knapp hinter die Linie. Den Schlusspunkt setzte dann erneut Benzema mit einem Schuss aus spitzem Winkel von der rechten Seite.

Von

dpa

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