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11.07.2011

15:29 Uhr

Anstoß - Die WM-Kolumne

Gute Marta - Schlechte Marta

VonThorsten Giersch

Sie lamentierte und meckerte, doch wurde nicht bestraft. Dass Marta das Spiel überhaupt beenden durfte ist ein Skandal findet THORSTEN GIERSCH. Zum Glück sorgte der Fußballgott am Ende doch noch für Gerechtigkeit.

Die Weltfußballerin fiel gegen die USA nicht nur durch ihre zwei Tore auf, sondern auch durch ihr ständiges Gemecker. Quelle: Reuters

Die Weltfußballerin fiel gegen die USA nicht nur durch ihre zwei Tore auf, sondern auch durch ihr ständiges Gemecker.

DüsseldorfARD-Mann Tom Bartels ist ohne Frage eine der besten Sportmoderatoren der öffentlich-rechtlichen Sender. Aber beim Viertelfinalspiel Brasiliens gegen die USA lag er mit seiner Einschätzung kilometerweit daneben: „Wer sonst sollte die Spielerin dieser Partie werden wenn nicht Marta.“ Die Zuschauer im Stadion hatten deutlich besser gesehen, was in diesem Spiel passiert war und machten das einzig Richtige: Sie pfiffen Marta bei jedem Ballkontakt gnadenlos aus. Nicht zum ersten Mal bei dieser WM, übrigens.
Denn die beste Fußballerin der Welt hat gezeigt, warum sie zwar das Zeug zu einer herausragenden Individualistin, aber nicht zur Lichtgestalt hat. Denn dass Marta überhaupt das Spiel beenden durfte ist nicht weniger als ein Skandal. So mancher Zuschauer dürfte angesichts der Vielzahl der unglaublichen Entscheidungen der australischen Schiedsrichterin Melksham als Momentaufnahme nur vermuten: Das Spiel ist verschoben – gerade weil ein Halbfinale ohne deutsche und brasilianische Beteiligung allzu unattraktiv wirkt.

USA - Brasilien:  Solo für Hope - Pfiffe für Marta

USA - Brasilien

Solo für Hope - Pfiffe für Marta

Das dramatische Viertelfinale zwischen den USA und Brasilien war auch ein Duell zwischen Hope Solo und Marta. Die US-Torfrau siegte dabei fast mystisch - die Weltfußballerin scheiterte. VON PATRICK KLEINMANN

Von der ersten Minute an lamentierte Marta ständig. Es war schlicht ein Witz, dass sie dafür erst kurz vor der Halbzeit mit einer gelben Karte bestraft wurde. Doch diese Warnung missachtete die Brasilianerin rigoros und meckerte weiter. Der Höhepunkt in der 52. Minute: Marta rennt nach einem Pfiff der Schiedsrichterin 20 Meter auf die Unparteiische zu – wild gestikulierend und mit lauten Worten um den gelben Karton bettelnd.
Die Regelauslegung lässt hier nicht zu, dass ein Auge zugedrückt wird: Spätestens jetzt musste Marta des Feldes verwiesen werden. Doch Melksham tat nichts – ganz anders wenige Minute später: Trotz ihrer schlechten Position pfiff sie nach einem Zweikampf zwischen Marta und Buehler Elfmeter für Brasilien. Die beiden Spielerinnen hatten sich gegenseitig festgehalten. Den Elfmeterpfiff ist wohlwollend mit höchst zweifelhaft zu umschreiben, die rote Karte für Buehler schlichtweg ein Witz, schließlich galt ihr nun wahrlich nicht harter Einsatz nur dem Ball.
Doch damit nicht genug: Die US-Torhüterin Solo hielt den Elfmeter von Christiane. Aus unerfindlichen Gründen ließ Schiedsrichterin Melksham den Elfmeter wiederholen. Dass das 2:1 in der 92. Minute für Brasilien aus einer glasklaren und eigentlich leicht erkennbaren Abseitsposition fiel, setzte dem ganzen die Krone auf.

Trotz der Führung überboten sich Marta und ihre Kolleginnen weiter in Unsportlichkeiten. Nächster Höhepunkt: Marta beschimpft des Publikums – auch mit eindeutigen Gesten. Die Linienrichterin stand einen Meter entfernt, hielt es jedoch nicht für nötig, die Unsportlichkeit mit der fälligen gelben Karte zu bestrafen. Es wäre schon der zweite, sichere Platzverweis gewesen.
Dass der Fußballgott mit dem späten Ausgleich der US-Amerikanerinnen und dem Erfolg nach Elfmeterschießen für Gerechtigkeit sorgte, gibt Marta in der Sommerpause nun die benötigte Zeit, über ihr Verhalten auf dem Platz nachzudenken.

Kommentare (2)

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Sauter

11.07.2011, 18:24 Uhr

danke für diesen beitrag. endlich einmal traut sich jemand die dinge beim namen zu nennen. marta mag eine großartige, wenn nicht die beste fussballspielerin derzeit sein. doch mit ihrem verhalten diskreditiert sie sich vollkommmen. einer weltfussballerin unwürdig und eigentlich nicht nachvollziehbar. zurecht - dass es auch dieses mal nicht zu m titel für sie reicht.

Lodhar

11.07.2011, 19:40 Uhr

Ich finde es unpassend das Marta oft mit Lionel Messi verglichen wird.

Diego Maradonna fände ich angemessener:
Genialer Fussballer mit einem Hang zur Unsportlichkeit
Hand Gottes oder Doping für die Jüngeren unter uns.

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