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26.06.2011

12:11 Uhr

Anstoß - Die WM-Kolumne

Von einer, die rausgeht, um das Fürchten zu lehren

VonAlexander Möthe

Torfrau Nadine Angerer ist eine extrovertierte Leistungsträgerin, brauchte dafür aber einen ordentlichen Anstoß. Inzwischen kann sich die Frankfurterin durchsetzen - notfalls auch ohne Rücksicht auf Freund oder Feind.

Das personifizierte Durchsetzungsvermögen: Nadine Angerer Quelle: dpa

Das personifizierte Durchsetzungsvermögen: Nadine Angerer

BerlinNadine Angerer zeigt einen entschlossenen Gesichtsausdruck. Wuchtig schraubt sie sich in die Luft, erinnert von der Mimik an einen Basketballer, der zum Korbleger zieht. Sie geht einhändig zum Ball, der gefährlich nah vors Tor in den Strafraum segelt. Die Gegenspielerinnen haben keine Chance, weichen vor der geballten körperlichen Präsenz der wohl weltbesten Torhüterin zurück – mehr oder minder freiwillig. Einziges Problem an diesem Bild: Die Gegenspielerinnen sind Simone Laudehr und Birgit Prinz. Beide ziehen zurück, beide haben die Augen geschlossen. Laudehr bekommt dennoch Knie und linke Hand ihrer Keeperin zu spüren.

Seitdem Angerer in den Anfangstagen ihrer Karriere von der damaligen Bundestrainerin Tina Theune-Meyer eingetrichtert bekam, sich gefälligst mehr reinzuhängen, ging es ständig aufwärts. Gut, ist einmal die Spitze erreicht, gibt es nur noch wenig Steigerungspotenzial; hätte die Ausnahmekeeperin allerdings vor zehn Jahren geahnt, dass ihr mehr Entschlossenheit im Training eine Weltmeisterschaft einbringt, bei der sie kein einziges Gegentor kassiert, Tina Theune hätte sie wohl gar nicht erst wachrütteln brauchen.

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