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12.07.2014

11:25 Uhr

Argentiniens Superstar

Lionel Messi fehlt noch ein Titel zum Glück

Lionel Messi hat fast alle Titel im Fußball gewonnen – einzig der WM-Titel fehlt ihm noch. Am Sonntag kann der Argentinier in Rio de Janeiro seine Karriere krönen. Der Weg dahin war nicht immer leicht.

Lionel Messi: Dem viermaligen Weltfußballer fehlt im Trophäenschrank nur noch der Weltpokal. ap

Lionel Messi: Dem viermaligen Weltfußballer fehlt im Trophäenschrank nur noch der Weltpokal.

Belo HorizonteLionel Messi will eigentlich immer nur eines: den Ball. Schon beim schnöden Warmlaufen auf dem Platz im WM-Camp in Belo Horizonte oder vor den Spielen - Messi sucht immer nach dem nächstmöglichen Spielgerät. Er ist ein Fußballer, der intuitiv handelt. Einer, der in dem Moment inspiriert wird, in dem er den Ball hat. Und wenn er ihn hat, „ist das ein Zeichen der Hoffnung“ für die Mannschaft, sagte sein aktueller Nationalcoach Alejandro Sabella.

Mittlerweile ist es auch ein Zeichen der Hoffnung in Messis Herkunftsland. Dass er der Nation im Alter von gerade mal 13 Jahren den Rücken kehrte, um beim FC Barcelona unterzukommen, traf die stolzen Argentinier. Ein Diego Maradona spielte erstmal sechs Jahre bei den Argentinos und den Boca Juniors, um 1982 zu den Katalanen zu wechseln. Maradona war damals 21. Mit 21 Jahren stand auf Messis Visitenkarte schon zweimal spanischer Meister, zweimal spanischer Super-Cup-Sieger - und einmal Champions-League-Gewinner.

Zwei weitere Triumphe in der europäischen Königsklasse kamen hinzu, unter anderem auch noch vier Meistertitel. Viermal nacheinander wurde Messi zum Weltfußballer gekürt.

Nur eins fehlt. Ein großer Erfolg mit der Nationalmannschaft. 2006 feierte Messi während der WM seinen 19. Geburtstag in Deutschland. Sportlich lief es trotz des ersten WM-Tores beim 6:0 über Serbien-Montenegro nicht besonders. Im Viertelfinale ließ Trainer José Pekerman den damals schon weltweit bestaunten Teenager auf der Bank. Dass Messi seinerzeit im Berliner Olympiastadion seine Fußballschuhe auszog, als sein Coach das Auswechsel-Kontingent erschöpft hatte, machte ihm die Suche nach Akzeptanz in Argentinien nicht einfacher. „Ich weiß, dass die Leute sagen, ich hätte nicht unter unserem Ausscheiden gelitten“, räumte Messi damals ein.

Einer wie Messi kann aber nicht verlieren. Tut er es, weint er, am liebsten alleine irgendwo in der Kabine. Selbst nach schier unzähligen Erfolgen schmerzen Niederlagen noch immer. Erst recht im Trikot mit den himmelblauen und weißen Streifen. Dem Trikot seines Heimatlandes, in dem ihm lange weniger Anerkennung entgegenschlug als in Europa. Dass vor der WM ein Buch mit dem Titel „El Patriota“ („Der Patriot“) erschien, sagt einiges.

Dabei war Messis Umzug nach Europa keine Flucht aus Argentinien beziehungsweise aus Rosario. Der Stadt der Fußballer. Der Stadt, aus der unter anderem seine Auswahlkollegen Ángel di Maria, Ezequiel Lavezzi, Maxi Rodríguez und Ezequiel Garay oder der 78er Weltmeister-Trainer César Luis Menotti kommen. Eine weitere Zukunft hatte Vater Jorge für seinen Sohn bei den Newell's Old Boys nicht mehr gesehen.

Die notwendigen Kosten für die Behandlungen von Messis Wachstumsstörungen konnte die Familie nicht viel länger aufbringen - und der Verein wollte es nicht komplett übernehmen.

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