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06.07.2011

20:54 Uhr

Australien - Norwegen

„Matildas“ sorgen für das erste Favoriten-Aus

VonAlexander Möthe

Die blutjunge Elf aus Australien bringt die erste große Überraschung im Turnier: Gegen die einstigen Weltmeisterinnen aus Norwegen bewiesen sie ihren Kampfgeist - und schafften damit den Einzug in die Endrunde.

So feierten Australiens Matildas den Sieg gegen Norwegen. Quelle: dpa

So feierten Australiens Matildas den Sieg gegen Norwegen.

LeverkusenSelbst Skeptiker müssen der Fußball-WM der Frauen eins lassen: das Turnier versteht es, die Spannung hoch zu halten. Auch wenn sechs Viertelfinalteilnehmer so früh wie nie zuvor feststanden, der letzte Vorrundenspieltag hatte es noch einmal in sich. In Gruppe D ging es im Duell von Australien und Norwegen um den einzigen noch freien Platz in der Runde der letzten Acht. Und das hieß: Eine der spielstärksten Mannschaften dieser Endrunde gegen den Ex-Weltmeister aus Skandinavien. Warum an diesem Tag die Gruppe C erst danach ran musste, bleibt das Geheimnis der Fifa.

Das Bessere Ende hatte das blutjunge Team Australiens für sich. Durch einen 2:1 (0:0) Erfolg zogen die „Matildas“ zum zweiten Mal nach 2007 in das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft ein. In einer spielerisch nur in Teilen anspruchsvollen Partie mussten sich beide Teams in erster Linie vorwerfen lassen, zu wenig aus den Fehlern der Gegner gemacht zu haben. Australien blieb über weite Strecken spielbestimmend, die Skandinavierinnen ließen nur zu Beginn der zweiten Hälfte wirklich spüren, dass sie für das Weiterkommen zwingend drei Punkte gebraucht hätten. Das Ergebnis war somit am Ende absolut leistungsgerecht.

Spielort Leverkusen

Die Stadt Leverkusen

Leverkusen ist eine kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen mit etwas mehr als 160.000 Einwohnern. Der Name geht auf den Unternehmer Carl Leverkus zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Chemiefabrik bei Wiesdorf am Rhein gründete. Bekannt ist Leverkusen insbesondere durch zwei Dinge: die Bayer AG sowie den Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen.

Die Bayarena

Insgesamt werden vier Partien bei der Frauen-WM 2011 in der Leverkusener Arena ausgetragen. Gleich zwei Tage nach dem Eröffnungsspiel in Berlin wird die erste Partie hier angepfiffen. Das Stadion fasst nach der im August 2009 abgeschlossenen Modernisierung 30.210 Zuschauer.

Frauenfußball in Leverkusen

Die Frauen von Bayer Leverkusen spielen in der Bundesliga und belegten in dieser Saison als Aufsteiger den achten Platz.

Überraschung im Vorfeld: Emily van Egmond fand sich auf der Bank wieder. Trainerfuchs Tom Sermanni hatte sich für Norwegen erneut eine andere Taktik aus dem Ärmel geschüttelt. Schon nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien baute der Schotte sein Team auf mehreren Positionen um. Top-Stürmerin Lisa de Vanna durfte wieder von Beginn an ran, ebenso wie die Jüngste im Kader, Caitlin Foord. Verteidigerin Servet Uzunlar, die gegen Äquatorialguinea beide Gegentore verschuldet hatte, erhielt eine Bewährungschance. Auch Norwegen würfelte nach dem 0:3-Desaster gegen Brasilien gehörig die Mannschaft durcheinander: Strand Gardsjord, Tofte Ims, Pedersen und Mykjaland kamen für Larsen Kaurin, Giske, Holstad Berge, Herlovsen und Lund.

Australien machte von Beginn an klar, hier nicht auf ein Unentschieden zu spielen. In der Anfangsphase spielten fast ausschließlich die „Matildas“. Ihr ruhiges, überlegtes Passspiel, das weitgehend auf lange Bälle in die Spitze verzichtete, führte zu Beginn zu 62 Prozent Ballbesitz bei 61 Prozent gewonnenen Zweikämpfen. Norwegen versuchte, spielerisch dagegen zu halten, spielte sich aber zu schnell im kompakt stehenden Mittelfeld der Australierinnen fest.

Echte Torszenen blieben zunächst Mangelware. Ein Kopfball von Simon nach Freistoß McCallum (8.) und Vorstöße von Simon (10.) sowie Kerr (12.) machten zumindest deutlich, in welche Richtung das Spiel gehen sollte. Norwegen wachte erst danach auf. Die Skandinavierinnen spielten konsequent Pressing und zwangen die „Matildas“ so zu langen Bällen und Fehlpässen. In der Folge tauchten auch die Damen aus dem hohen Norden dann auch gefährlich im Strafraum auf. Töfte Ims wurde in der 14. Minute knapp geblockt, aus dieser Chance ergaben sich gleich zwei weitere Möglichkeiten (15.) Nun war Feuer im Spiel, was sich auch in der steigenden Zahl von Fouls und Spielunterbrechungen zeigte.

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