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20.07.2014

12:07 Uhr

Bei Titelgewinn

Löw hat vor WM an Rücktritt gedacht

„Gut möglich, dass ich aufhöre“: Vor der Weltmeisterschaft interviewte eine Schweizer Zeitung Joachim Löw. Der Bundestrainer berichtete erstaunlich offen über Zukunftspläne. Doch das „verbotene Zitat“ flog raus.

Joachim Löw am Spielfeldrand während der Partie gegen Brasilien: „Die deutschen Medien stehen Kopf, wenn Sie das drucken“. dpa

Joachim Löw am Spielfeldrand während der Partie gegen Brasilien: „Die deutschen Medien stehen Kopf, wenn Sie das drucken“.

Düsseldorf/MainzBundestrainer Joachim Löw hat vor der Fußball-Weltmeisterschaft offenbar über einen Rücktritt im Fall des Titelgewinns nachgedacht. Das schreibt die Zeitung „Schweiz am Sonntag“. Der Chefredakteur der Zeitung, Patrik Müller, berichtet von einem Interview mit Löw und dem ehemaligen Chelsea-Trainer Roberto Di Matteo. Die letzte Frage lautete demnach: „Falls Sie Weltmeister werden, hören Sie dann auf?“

Löw habe darauf mit den Worten geantwortet: „Das weiß ich nicht. Gut möglich.“ Und der Bundestrainer habe nachgeschoben: „Nach zehn Jahren kann ich mir auch vorstellen, dass ich mal gerne wieder einen Verein trainieren möchte.“

Die Aussagen Löws werden es jetzt bekannt, weil die Schweizer Zeitung die Antwort des Bundestrainers nicht druckte. Das Blatt ersetzte sie durch den harmlosen Satz: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“ Dies geschah laut dem Bericht von Chefredakteur Müller auf Druck des DFB-Pressesprechers Jens Grittner. Der Mann vom Deutschen Fußball-Bund habe ihn vor dem Andruck der Zeitung angerufen – und „halb drohend, halb flehend“ gesprochen.

„Wenn Sie diesen Satz im Interview drin lassen, dann brauchen wir gar nicht erst nach Brasilien fahren!“, sagte Grittner demnach Ende März dieses Jahres. „Die deutschen Medien stehen Kopf, wenn Sie das drucken“, sagte der Pressesprecher dem Bericht zufolge. „Das gibt eine Riesenunruhe.“

Warum die „Schweiz am Sonntag“ den Satz rausstrich, erklärt Müller so: „Gemeinsam entscheiden wir, die Spielregeln, wie sie sich in unserer Branche eingebürgert haben, zu respektieren. Schließlich haben wir das Interview nur unter der Voraussetzung bekommen, dass es gegengelesen werden darf.“ Nach dem Gewinn der WM finde er aber, dass das „verbotene Zitat“ raus dürfe.

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