Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.08.2012

10:14 Uhr

Brompton-Räder

Die faltbare Londoner Mobilität

VonOlaf Storbeck

Die Falträder der Marke Brompton wurden Mitte der 70er Jahre in Westlondon entwickelt. Nach einem schweren Start boomt das Unternehmen inzwischen – und die Olympischen Spiele sorgen für weiteres Wachstum.

Bis zu 60.000 Falträder von Brompton sind jeden Tag in London unterwegs. dpa - picture-alliance

Bis zu 60.000 Falträder von Brompton sind jeden Tag in London unterwegs.

LondonSpätestens ab 17.30 Uhr sind sie unübersehbar, überall in der Londoner Innenstadt. Männer mit Anzügen und Frauen in schicken Kostümen, unterwegs auf kleinen, seltsam aussehenden Fahrrädern. Die Reifen sind so groß wie bei einem Kinderrad, die Lenker sehen aus wie ein übergroßes U, die Rahmen der Räder sind leicht gebogen.

Vor dem Pub, dem Supermarkt oder am Bahnhof verwandeln sie das Rad mit wenigen Handgriffen in ein Paket, kaum größer als eine Aktentasche. Keine 20 Sekunden dauert das Zusammenklappen.

Kommentar: Sportmarken in Olympia-Kur

Kommentar

Sportmarken in Olympia-Kur

Durch Rabattschlachten, Gerichtsklagen und arglistige Konkurrenten sind die Sportartikelfirmen geschwächt. Während der Olympischen Spiele können sie sich ausnahmsweise auf den Sport konzentrieren - doch Probleme bleiben.

Brompton heißen diese exzentrischen Gefährte, sie gehören zu London wie Big Ben, der Tower und das schlechte Wetter – nicht nur, weil sie im Straßenbild allgegenwärtig sind. In einer Wohnung im Londoner „Brompton Quarter“ wurden sie entwickelt, am Westrand der Stadt werden sie produziert – vom größten und erfolgreichsten englischen Fahrradhersteller. Mit 160 Mitarbeitern ist die Brompton Bicycle Ltd. einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber in der britischen Hauptstadt.

„Wir sind durch und durch London“, sagt Brompton-Chef Will Butler-Adams. „Eigentlich ist es total verrückt, hier Fahrräder zu bauen.“ Wer am grünen Tisch den besten Ort für eine Fahrradfabrik suchen würde, käme wohl als letztes auf London. „Aber hier hat für uns alles angefangen, und hier sind wir bis heute“, betont Butler-Adams. Die Produktion nach Asien zu verlegen? Das komme überhaupt nicht in Frage.

Erfolgreich ist die Firma auch so. Jedes Jahr steigt der Umsatz, der zuletzt bei 16 Millionen Pfund lag, um 15 Prozent. Butler-Adams: „Wir können nicht so viele Räder bauen, wie wir verkaufen könnten.“ Bis zu 14 Wochen betragen die Wartezeiten für das Rad, dessen Basismodell in Deutschland 940 Euro kostet. Je nach Ausstattung kann der Preis auf bis zu 2600 Euro steigen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

John.Canna

11.08.2012, 13:13 Uhr

Die Bromptons sind, sehr gut, gar keine Diskussion !
Allerdings ist ihr Radius im Vergleich zu anderen Herstellern von Falträdern, die mit 20" Reifen arbeiten, viel zu klein. Außerdem sind die Bromptons relativ schwer, und ohne Frage "schweineteuer".
Ich habe ein Brompton, ziehe aber wg. Gewicht, Reifengröße und dem besseren Faltmechanismus mein neues Dahon dem Brompton vor.

FriedrichBolle

11.08.2012, 19:09 Uhr

@Olaf Storbeck

Ich kann John Canna nur zu stimmen.

Gewicht und Radgröße sind im Vergleich zu Dahon nicht gerade optimal.

Vielleicht sollte Brompton einmal über den Tellerrand schauen und sich die Philosophie von Dahon aneignen:

Dahon hat sich selbst die 15% Regel gesetzt. Dies bedeutet, dass die Entwickler versuchen jedes Jahr etwas an den Dahon Falträdern um 15 % zu verbessern (z.B. 5% weniger Gewicht + 5% mehr Komfort + 5% günstiger). Somit kommt es nie zum Stillstand in der Entwicklung und wir können gespannt sein auf weitere, kommende Entwicklungen.

Alexander

14.08.2012, 10:38 Uhr

@FriedrichBolle

Warum sollte ich also in diesem Jahr ein Dahon kaufen, wenn es im nächsten Jahr voraussichtlich 5% günstiger ist? Oder im Folgejahr? Oder im Folgejahr?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×